Von den Okertal-Hängen purzeln die Fichten

Harz.  Landesforsten schlagen Tausende beschädigte Bäume.

Die gefällten Bäume werden von Rückefahrzeugen abtransportiert. Baum fällt: Die Fichten sind bis zu 30 Meter hoch. Der Harvester macht gleich vor Ort Kleinholz aus den riesigen Stämmen.

Die gefällten Bäume werden von Rückefahrzeugen abtransportiert. Baum fällt: Die Fichten sind bis zu 30 Meter hoch. Der Harvester macht gleich vor Ort Kleinholz aus den riesigen Stämmen.

Foto: Uwe Epping / GZ

Die Motorsägen knattern im Okertal . Entlang der Bundesstraße 498 , zwischen dem Ortsausgang Oker und der Talsperre , fällen die Landesforsten Fichte um Fichte. Insgesamt werden es 3.000 bis 4.000 Bäume sein, berichtet Forstwirtschaftsmeister Alexander Frese. Die bis zu 30 Meter hohen Bäume müssen fallen, weil der Borkenkäfer ihnen die Lebenskraft geraubt hat. Nun könnten sie selbst zur Gefahr werden. An den Steilhängen des Okertals könnten die großen und leblosen Bäume bei starkem Wind brechen oder zumindest große Äste verlieren, die dann auf der Fahrbahn landen, schildert Frese, der bei den Landesforsten im Bereich Verkehrssicherung tätig ist.

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr musste die B498 ohnehin sperren , weil sie beschädigte Bäume in ihrem Zuständigkeitsbereich zwischen Talsperre und Weißwasserbrücke aus Sicherheitsgründen fällt. Zwei Wochen soll das dauern.

Die Landesforsten waren schnell mit im Boot, denn ohne Sperrung könnten sie direkt neben der viel befahrenen Harz-Straße nicht abholzen, berichtet Frese. An vier Stellen entlang der Fahrbahn sind die Ernteteams nun an der Arbeit – und die läuft in beeindruckender Geschwindigkeit . Denn sobald die Bäume gefallen und den Steilhang hinuntergerutscht sind, stapelt sie ein Rückefahrzeug auf einen Haufen. Die meterlangen Stämme werden dann zu einem Harvester transportiert, der sie in sekundenschnelle entrindet und in handgerechte Stücke zersägt .

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass das Okertal aus Sicherheitsgründen gesperrt wird. Im Januar wurden Felssicherungen am Romkerhaller Wasserfall vorgenommen, im Februar riss Orkantief Sabine Hunderte Bäume um. Einige drohten, auf die Fahrbahn zu rutschen. Der Kampf gegen den Borkenkäfer wird für die Landesforsten noch lange zum Alltag gehören. Einwenig mehr Regen bevor der Winter einsetzt wäre nun gut, sagt Forstexperte Frese. Dann könnten sich die Wurzeln noch einmal vollsaugen und die Bäume ihre Abwehrkräfte verstärken. Vor allem aber müsse im Frühjahr wieder mehr Regen fallen.

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