15 Meter in die Tiefe – Wanderer missachten Absperrung im Harz

Oker.  Gefährlich: An der Adlerklippe laufen sogar Familien mit Kindern durch die Baustelle. Die Absperrung wird von einigen Wanderern einfach abmontiert.

Die Absperrung an der Klippe wird zum Ärger des Harzklubs regelmäßig ignoriert.

Die Absperrung an der Klippe wird zum Ärger des Harzklubs regelmäßig ignoriert.

Foto: Helmut Hohaus

Am 5. Oktober hatten Wanderwart Otto Unruh und Lenette Noach, Mitglied im Harzklub-Zweigverein Oker, mit dem Abriss der maroden Treppen an der Adlerklippe begonnen. Doch trotz Absperrung bringen sich immer wieder Wanderer in Gefahr.

Die Absperrung, wofür gleich die alten abgerissenen Bohlen verwendet wurden, führt anscheinend nicht zu der gewollten Wirkung. Otto Unruh erzählt, er sei bisher mehrmals zu der Baustelle gefahren – und immer seien die Absperrungen zerstört gewesen.

Das Absperr-Material sei sogar nach unten geworfen worden. „Da wir einen Teil oben liegen gelassen haben, konnte alles neu abgesperrt werden“, berichtet er. In den vergangenen Monaten seien coronabedingt deutlich mehr Wanderer im Okertal unterwegs gewesen, nun kämen auch noch die Herbstferien hinzu.

15 Meter in die Tiefe

Am Sonntag, berichtet der Wanderwart, sei es richtig schlimm gewesen: „Fünf Minuten nach einer weiteren Sperrung habe ich auf dem Weg zum Auto von unten gesehen, wie ein Pärchen die Absperrungen wegräumte und den Weg runter kam, ich habe sie dann angesprochen. Leider haben einige Wanderer nicht einmal ein Einsehen über ihr Fehlverhalten“, bemängelt Unruh.

In der nächsten halben Stunde seien dann noch zwei Familien mit Kindern hinaufgegangen, der Vater der ersten Familie hatte die Absperrung weggeräumt. „Dann sind zwölf Personen mit Kindern und einem Hund durch die Baustelle gegangen!“

Null Verantwortungsgefühl

Anschließend sei noch eine Gruppe mit 13 Personen, darunter auch Kinder, hindurchspaziert. „Das Verantwortungsgefühl ist null, die Vorbildfunktion ist null“, ärgert sich Unruh über das Verhalten, denn das Gefahrenpotenzial ist hoch: An einer Stelle geht es 15 Meter seitlich in die Tiefe. In der zweiten Arbeitswoche sei der größte Teil der Arbeiten an der Adlerklippe vollbracht. Jetzt warte man noch auf die restlichen Bohlen.

Unruh erklärt: „Der Harzklub ist froh, dass die Arbeiter von der Bildungseinrichtung der Deutschen Angestellten-Akademie in Oker das Holz kurzfristig vorbereiten können.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder