Bildungsministerin erhält Einblicke in Göttinger Forschung

Göttingen.  Anja Karliczek informierte sich über geförderte Projekte an der UMG. Mehrere Millionen Euro sind in zwei Forschungsvorhaben geflossen.

Besuch an der UMG (v.l.): Prof.Dr. Fred Wouters (Institut für Neuropathologie UMG) erklärt die Funktionsweise des Lichtscheiben-Fluoreszenzmikroskops Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Fritz Güntzler, MdB, und Prof. Dr. Wolfgang Brück,Sprecher des UMG-Vorstands.

Besuch an der UMG (v.l.): Prof.Dr. Fred Wouters (Institut für Neuropathologie UMG) erklärt die Funktionsweise des Lichtscheiben-Fluoreszenzmikroskops Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Fritz Güntzler, MdB, und Prof. Dr. Wolfgang Brück,Sprecher des UMG-Vorstands.

Foto: Swen Pförtner / UMG

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat am Dienstag die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) besucht und sich über die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekte an der UMG informiert. Begleitet wurde sie vom Göttinger Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU).

Vorgestellt wurden dabei der aktuelle Stand des Verbundprojektes HiGHmed, das die UMG mit der Uniklinik Heidelberg und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Bereich der Medizininformatik durchführt. Karliczek ließ sich das HiGHmed-Projekt anhand von Anwendungsbeispielen erläutern. Darüber hinaus wurde das Initiativprojekt NanoPatho, gefördert mit 7,7 Mio. Euro aus dem BMBF-Programm Photonik, von Prof. Dr. Stadelmann-Nessler, Prof. Dr. Fred Wouters und Dr. Gertrude Bunt präsentiert. Sie forschen über Multiple Sklerose (MS). In einem hochspeziellen, aufwendigen Verfahren erstellen sie dreidimensionale mikroskopische Bilder, um nach Veränderungen im Gehirn zu suchen.

Die Bundesministerin konnte selbst am Mikroskop eine Hirnzelle stimulieren, in dessen Folge die Herzzelle schneller schlug. „Ich bin beeindruckt, was hier an der Universitätsmedizin Göttingen unter der Förderung des BMBF bereits geleistet wurde. In allen Bereichen von HiGHmed und auch bei der Elektronenmikroskopie von NanoPath sind erste wichtige Innovationen der Versorgungsforschung gut auf den Weg gebracht worden“, so Karliczek.

Bei einem Treffen mit dem Vorstand der UMG vor dem Rundgang sprachen Anja Karliczek sowie die Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Wolfgang Brück, Dr. Martin Siess und Dr. Sebastian Freytag über das große Neubauvorhaben der UMG, die dringend notwendige hausärztliche Versorgung des ländlichen Raums, den neuen Medizincampus der UMG mit dem Städtischen Klinikum Braunschweig für die ärztliche Ausbildung, die Angebote onkologischer Spitzenzentren und die Digitalisierungsstrategie in der Medizin.

Die geförderten Projekte

HiGHmed verfolgt das Ziel, durch neue medizininformatische Lösungen und einen übergreifenden Datenaustausch Krankenhausinfektionen besser zu bekämpfen sowie Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen durch personalisierte Ansätze wirkungsvoller zu behandeln. Jede Ärztin und jeder Arzt in Kliniken, Haus- oder Facharztpraxen soll alle verfügbaren Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse auf Knopfdruck abrufen und in seine Therapieentscheidungen einbeziehen können.

NanoPatho: Höchstauflösende 3D-Nano-Mikroskopie soll neue Erkenntnisse für Diagnostik und Therapieansätze bei Multiple Sklerose (MS) bringen. Die Ursachen und Entstehungsmechanismen sind nicht genau geklärt. Dazu fehlt bislang die geeignete Bildgebung. Göttinger und Heidelberger Forscher entwickeln einen neuen Mikroskopieansatz. Mit diesem Ansatz sollen kleinste, MS-typische Schädigungen an Nervenzellen und ihre räumlichen Zusammenhänge im Gehirn sichtbar werden.

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