Pistorius: „Studium ist ideale Grundlage für Polizeidienst“

Göttingen.  Polizeikommissare in Niedersachsen erhalten ihren Bachelor-Abschluss. 75 Absolventen beginnen in Göttingen.

772 Studierende der Polizeiakademie Niedersachsen haben ihren Bachelor gemacht.

772 Studierende der Polizeiakademie Niedersachsen haben ihren Bachelor gemacht.

Foto: Christian Charisius / dpa-tmn

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat 772 Studierenden nach ihrem erfolgreichem Studium an der Polizeiakademie Niedersachsen den Bachelor of Arts verliehen. „Mit Ihrer Entscheidung, sich zu Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ausbilden zu lassen, haben Sie sich für einen vielfältigen und spannenden Beruf entschieden. Polizistin oder Polizist zu sein, das ist eine Lebenseinstellung, eine Überzeugung: Diese jungen Frauen und Männer treten für das Gemeinwohl in unserer Gesellschaft ein, sie setzen sich für die Sicherheit der Menschen vor Ort ein und übernehmen damit große Verantwortung. Das ist nicht selbstverständlich. Ich freue mich, dass Sie diesen Weg gegangen sind und jetzt zur Polizei Niedersachsen gehören.“

Seit dem 1. Oktober nehmen die 772 Absolventen der Polizeiakademie Niedersachsen ihren Dienst in den Polizeibehörden der Polizeidirektionen Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück und in der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen wahr. Insgesamt 75 Absolventen haben Anfang des Monats in der PD Göttingen begonnen.

Die Absolventen wurden im Rahmen des dreijährigen Bachelorstudiums mit einem hohen Praxisbezug intensiv auf die anspruchsvollen Aufgaben in der Polizeiarbeit vorbereitet. Die angehenden Polizeikommissare werden ihren Dienst künftig in den Einsatzhundertschaften der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen sowie in den Einsatz- und Streifendiensten und den ermittelnden Organisationseinheiten der sechs Flächenpolizeidirektionen versehen. Boris Pistorius: „Die Anforderungen an den Polizeiberuf sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, etwa durch die wachsende Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus oder die fortschreitende Dynamik der Digitalisierung. Zusätzlich müssen wir feststellen, dass die Sprache in unserer Gesellschaft zunehmend verroht – und das hat Folgen: Diese Verrohung senkt die Schwelle zur Gewaltbereitschaft und führt, insbesondere im rechtsextremistischen Bereich, zu Hass, Hetze oder sogar zu Gewalt. Auch darauf muss die Polizei reagieren. Deshalb brauchen wir junge und motivierte Polizeibeamte, die dazu beitragen, dass sich die Polizei weiterentwickelt und den Anforderungen auch in Zukunft gerecht wird.“

Personalverstärkungsprogramm

Die 772 Studierenden sind unter anderem Teil des seit 2016 initiierten Personalverstärkungsprogramms. Sie sind nicht nur der Nachersatz für ausscheidende Polizisten, sondern Bestandteil des zusätzlichen Personalaufwuchses in den Polizeibehörden. Bis 2022 werden hierdurch etwa 1.200 Polizisten mehr ihr Studium an der Akademie beenden und die Kolleginnen und Kollegen in den Polizeibehörden unterstützen. Minister Pistorius: „Bereits 2016 haben wir begonnen, über den Bedarf hinaus Nachwuchs einzustellen und auszubilden. Nun hat der erste dieser Jahrgänge sein Studium beendet und wird die Polizeibehörden vor Ort unterstützen.“

Dass es regelmäßig gelingt, auch bei stark erhöhten Einstellungsbedarfen gut geeignete Bewerberinnen und Bewerber für den Dienst in der Polizei Niedersachsen zu gewinnen, sei unter anderem auch auf die umfangreichen Anstrengungen der letzten Jahre zurückzuführen. Im Wesentlichen seien das die Schaffung von 3.500 zusätzlichen Beförderungsmöglichkeiten durch Stellenhebungsprogramme der Landesregierungen seit 2014, die Wiedereinführung der Heilfürsorge für alle Polizisten bei gleichzeitiger Absenkung des zu leistenden Eigenanteils auf 1,3 Prozent des Grundgehaltes, die Erhöhung der Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten, die Entlastung der Polizei von vollzugsfernen Aufgaben durch vermehrte Einstellung von Verwaltungspersonal und Spezialisten und die sogenannte Erfüllungsübernahme, also die Übernahme von Schmerzensgeldansprüchen durch den Dienstherrn gewesen.

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