Kinder und Erwachsene lernen das Ökosystem Wald näher kennen

Clausthal-Zellerfeld  Ehrenamtliche sind ab Sonntag im Rahmen des Bergwaldprojekts zu Gast bei den Landesforsten: Erwachsene arbeiten im Wald, Kinder werden betreut.

Ehrenamtliche im Bergwaldprojekt bepflanzen eine Steinbruchhalde nahe Schulenberg im Oberharz mit Weidenstecklingen.

Ehrenamtliche im Bergwaldprojekt bepflanzen eine Steinbruchhalde nahe Schulenberg im Oberharz mit Weidenstecklingen.

Foto: Landesforsten

Vom 14. bis 20. April 2019 sind 25 ehrenamtliche Erwachsene und zehn Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren aus ganz Deutschland mit dem Bergwaldprojekt erneut bei den Niedersächsischen Landesforsten im Einsatz. Während die Erwachsenen in den Wäldern des Forstamts verschiedene Arbeiten vornehmen, verbringen die Kinder die Woche in der Gruppe mit altersgerechten Bildungsangeboten zu Natur- und Nachhaltigkeitsthemen.

Ziel des Projekts ist es, das Ökosystem Wald näher kennenzulernen, die Situation des Ökosystems am Projektstandort konkret zu verbessern und die Teilnehmer auch über die Projektwochen hinaus für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen zu sensibilisieren.

Unter der Anleitung von Projektleiter Henning Rothe vom Verein Bergwaldprojekt und unter der Regie von Naturschutz-Förster Jörg Sonnabend vom Forstamt Clausthal gewinnen die Ehrenamtlichen Weidenstecklinge, um sie auf einer Steinbruchhalde auszubringen. Ferner werden die Teilnehmenden den Eingang eines alten Bergwerkstollens freilegen, damit er in Zukunft von Fledermäusen als Winterquartier genutzt werden kann. Zudem wird eine Hecke an einem Steinbruch gepflanzt und eventuell noch ein wenig Fichten auf einem Felskopf entfernt, die zwischen Heidekraut wachsen. Das Heidekraut dient als Bienenweide.

So leisten die freiwilligen Helfer des Bergwaldprojekts einen persönlichen Beitrag zur aktiven Naturschutzarbeit und unterstützen den Erhalt der Biodiversität am Einsatzort, heißt es vonseiten der Veranstalter.

Die Kinder werden unterdessen von im Umwelt- und Naturschutzbereich erfahrenen Pädagoginnen und Erziehern betreut. Zu ihren Tagesbeschäftigungen zählen beispielsweise Schnitzen, Handwerk, Fährten und Spuren lesen, Sinneswahrnehmung, Kochen und Backen am offenen Feuer sowie der Umgang mit verschiedenen Materialien. Neben der praktischen Arbeit ist in dieser Woche auch eine gemeinsame Exkursion geplant, um die vielfältigen Funktionen des Waldes und deren Bedeutung, nicht nur für den Menschen, näher zu beleuchten.

Mehr Nachhaltigkeit

Ein maßgebliches Anliegen des Einsatzes ist es daher, den Gedanken der Nachhaltigkeit für Jung und Älter zu vermitteln: „Wir pflegen unsere Wälder nachhaltig, um sie für kommende Generationen zu erhalten“, sagt Forstamtsleiter Ralf Krüger aus Clausthal. „Bei dem abwechslungsreichen Bergwaldprojekt-Einsatz leisten die Teilnehmer einen konkreten Beitrag dazu.“

Jonathan Schüppel vom Verein Bergwaldprojekt fügt hinzu: „Aufgrund der Erfahrungen in den Projektwochen entwickeln die Ehrenamtlichen oftmals neue Beziehungen zum Wald und zur Natur. Dies bestärkt sie darin, auch ihren Alltag umweltverträglicher und ressourcenschonender zu gestalten. Sie tragen somit zum dringend notwendigen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigeren Welt bei.“

Die Gruppe wohnt im mitten im Wald gelegenen Haus Ahrendsberg, das sonst als Waldpädagogikzentrum des Forstamts Schulklassen aus verschiedenen Bundesländern beherbergt.

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