Kandahar. Pakistan will 1,7 Millionen geflüchtete Afghanen loswerden, die Methoden sind unmenschlich. Es gibt Berichte von Gewalt – und Mordlust.

Abdul Haleem steht vor dem großen, in schreiend bunten Farben angemalten Lastwagen, mit dem seine Familie am Tag zuvor in Spin Boldak angekommen ist. Die Erschöpfung steht dem alten Mann ins Gesicht geschrieben. Zwei Tage und zwei Nächte waren sie von Karatschi aus unterwegs gewesen – der pakistanischen Großstadt, die 820 Kilometer entfernt im Süden liegt und die ein Vierteljahrhundert lang das Zuhause von Haleem war. Jetzt musste er sie Hals über Kopf verlassen. So wie dem 75-Jährigen ergeht es in diesen Tagen Hunderttausenden Afghanen, die als Flüchtlinge im Nachbarland gelebt haben. Dem ohnehin so geplagten Land am Hindukusch droht eine neue Katastrophe.