Berlin. Ihr Volk wurde vom IS im Irak brutal verfolgt, nun soll eine 63-jährige Jesidin abgeschoben werden – zurück in das Land der Täter.

Es ist der 14. September, ein Donnerstag, als Gule Hassan Ido mit ihrem Sohn Jalenk Yezdin das Gebäude betritt, in dem das Ausländeramt des nordrhein-westfälischen Kreises Mettmann untergebracht ist. Die 63-jährige Jesidin hat einen Termin zur Verlängerung ihrer Duldung bekommen. In der Behörde wartet aber die Polizei auf sie. Die Beamten durchsuchen den Sohn, nehmen Frau Ido in Gewahrsam, bringen sie zum Flughafen in Düsseldorf, wo sie noch am gleichen Tag in den Irak abgeschoben werden soll. Doch die 63-Jährige weigert sich, in das Flugzeug einzusteigen – wehrt sich vehement.