Osterode. Beschäftigte des DRK Osterode-Goslar stellen „Tarif-Tannenbaum“ auf und überreichen Unterschriftensammlung mit ihren Forderungen.

Ein Tannenbaum für Tarifverbesserungen: Vor der Geschäftsstelle des DRK Osterode haben am Montagnachmittag Beschäftigte des DRK-Kreisverbands Osterode-Goslar einen sogenannten „Tarif-Tannenbaum“ aufgestellt und im gleichen Zuge eine Unterschriftensammlung an die Arbeitgeber übergeben. Damit wollen sie „Druck im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen mit dem Kreisverband“ machen, wie es vonseiten der Verdi in einem Schreiben heißt.

Das fordern die DRK-Mitarbeiter in Osterode und Goslar

„Wir sind in den letzten Tarifgesprächen zwar gut vorangekommen, aber bisher verweigert die Arbeitgeberseite uns Beschäftigten im Rettungsdienst die gleiche Zulage wie sie der Bundesreformtarifvertrag des DRK vorsieht“, so Notfallsanitäter und Tarifkommissionsmitglied Florian Schulze. „Dort erhalten Notfallsanitäter ab April 2024 eine Zulage von 150, 200 oder 400 Euro pro Monat, gestaffelt nach Berufserfahrung. Beim DRK Osterode-Goslar sind diese Zulagen bisher nur halb so hoch – das aber muss sich dringend ändern.“

Hintergrund

In dem Schreiben an unsere Zeitung teilt Verdi mit: „In den vergangenen Tarifrunden wurde seit 2015 zwischen Verdi und dem DRK Osterode ein Haustarifvertrag abgeschlossen, durch den die Tarifsteigerungen des DRK-Reformtarifvertrags nahezu inhaltsgleich, aber mit einem zeitlichen Verzug übernommen wurde. Dieser Zeitverzug lag anfangs bei einem Jahr, zuletzt noch bei sechs Monaten, in der aktuellen Tarifrunde hatte die Arbeitgeberseite zuletzt eine Verkürzung auf vier Monate angeboten“.

Der DRK-Kreisverband Osterode hat etwa 140 Beschäftigte vor allem im Rettungsdienst und Kitas.

„In anderen Bundesländern wird der DRK-Reformtarifvertrag als Standard angewandt, Kostenträger erkennen ihn an und refinanzieren entsprechend. Anders bisher in Niedersachsen, der DRK-Reformtarifvertrag wird nicht flächendeckend angewandt“, so Verdi abschließend.

Außerdem, so Sven Peters, Mitarbeiter im Rettungsdienst und Betriebsratsvorsitzender, sei dringend die Begrenzung der Höchstarbeitszeit im Rettungsdienst nötig. Im Bundesreformtarifvertrag wird diese bis 2028 schrittweise auf maximal 42 Wochenstunden abgebaut.

Arbeitgeber bieten nur geringe Reduzierung der Arbeitszeit

In Osterode hatte die Arbeitgeberseite bisher eine Reduktion von 46 auf 45 Stunden angeboten.

„Die Beschäftigten den DRK Osterode-Goslar sind keine Beschäftigten zweiter Klasse“, so Verdi-Verhandlungsführerin Julia Niekamp. „Wir wissen, überall in Niedersachsen müssen DRK-Kreisverbände die Kosten des Rettungsdienstes mit Kassen und Kommunen mühsam aushandeln. Wenn aber anderswo in Niedersachsen die erhöhte Zulage für Notfallsanitäter tarifvertraglich vereinbart und gezahlt wird, dann fordern wir das auch für die Kolleginnen und Kollegen in Osterode. Dafür setzen die Kolleginnen und Kollegen mit ihrer Aktion ein starkes Zeichen vor der nächsten Verhandlungsrunde am 19. Dezember“, so Niekamp abschließend.

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