Lebensraum schaffen

Nabu Osterode will Naturerbe bewahren und sucht Grundstück

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Die Streuobstwiesen: ein Refugium für Pflanzen und Tiere.

Die Streuobstwiesen: ein Refugium für Pflanzen und Tiere.

Foto: Petra Bordfeld / HK

Osterode.  Ackerflächen, Grünland oder Brachflächen: Der Naturschutzbund Osterode sucht ein Grundstück für Natur- und Artenschutz.

Der im Altkreis Osterode tätige und ehrenamtlich arbeitende Naturschutzverein, Nabu Osterode kauft seit Jahrzehnten Grundstücke auf, um Tieren und Pflanzen einen verlässlichen Lebensraum zu bieten.

Dem Naturschutzverein gehören bereits 13 Flächen wie Wiesen, Streuobstwiesen, Heckenlandschaften, rund um Osterode und Gittelde. Vor allem die Streuobstwiesen sind ein wahres Refugium für geschützte Lebewesen. Seit längerem sind gerade Wiesenvögel wie das Braunkehlchen stark rückläufig und in ihrem Bestand gefährdet. Auch die Feldlerche und das Rebhuhn zählen zu den Vögeln, die dringend einen geschützten Lebensraum zur Fortpflanzung und zur Nahrungssuche brauchen. Den gleichen Lebensraum bevölkert auch der Feldhase, den man somit gleich mitschützt.

Natur braucht Vielfalt

„Leider führten die Gespräche mit den Vorständen der aktuell stattfindenden Flurneuordnungen bisher zu keinen konkreten Grundstücksangeboten. Es ist richtig, dass die guten Ackerböden und Wiesen für den Anbau von Nahrungsmitteln in der Landwirtschaft reserviert sind. Aber auch die Natur braucht zum Erhalt der Vielfalt von Fauna und Flora Flächen. Mit dem Kauf von geeigneten Agrarflächen und einer naturschonenden Landnutzung, stellt sich der Nabu dem Artenschwund entgegen, damit auch spätere Generationen noch unser Naturerbe erleben können“, betont Vorsitzende Gabriele Hoffmann.

Flächen für den Naturschutz

Der Nabu suchen deshalb Ackerflächen, Grünland oder Brachflächen, auch in Hanglage, die für die Landwirte schwer zu bearbeiten sind oder nicht mehr genutzt werden, die aber für den Naturschutz wertvolle Flächen darstellen. Diese Grundstücke werden unter anderen durch eine späte Mahd attraktiv für Wiesenvögel, Insekten, Igel und Feldhasen.

„Die Landwirte können schon jetzt etwas für den Naturschutz tun. Eine neue Bewirtschaftungsempfehlung ist die Streifenmahd von Grünland wie es schon einige Landwirte bei Herzberg und Osterhagen in diesem Jahr praktiziert haben. Es wird nicht die ganze Wiese auf einmal gemäht, sondern in Streifen, sodass sich die Pflanzen aussäen können“, erklärt Hoffmann.

Wanderung im Nationalpark

Die Insekten bekommen außerdem durch diese Bewirtschaftungsmethode das Angebot, auf die nicht gemähten Streifen auszuweichen. Gleichzeitig bieten diese für die Larven und Puppen der Insekten Überwinterungshilfe.

Die Vorsitzende Gabriele Hoffmann und der Vorstand würden sich über ein Angebot geeigneter landwirtschaftlicher Flächen freuen. Der Nabu bittet um konkrete Angebote und Angaben zu Lage, Größe und Preisvorstellungen des Grundstücks. Die E-Mail lautet: nabu-osterode@online.de, die Postanschrift: Nabu Osterode e. V., Abgunst 1, 37520 Osterode am Harz, Telefon: 05522-920870. Besuchen können Interessierte auch die Webseiten des Nabu: www.nabu-oha.de.

Der Nabu weist gleichzeitig auf eine Veranstaltung hin. Er wandert mit dem Ranger im Nationalpark am Samstag, dem 1. Oktober. Vor drei Jahren war man im Bereich Torfhaus mit dem Ranger Dirk Gronowski unterwegs, dann folgte eine Pause durch Corona. Jetzt will den teilnehmenden der Ranger die Bereiche um den Oderteich näher bringen. Wer vor kurzem auf Phoenix die Sendung zur Bode im Ostharz mit Ranger Gronowski gesehen hat, wird sicher gerne weitere Erläuterungen zum historischen Oderteich hören. Beginn der Wanderung ist um 15 Uhr. Wetterfeste Kleidung ist selbstverständlich. Treff für Mitfahrgelegenheit ist um 8 Uhr die Bleichstelle, um 8.30 Uhr dann Parkplatz Oderteich. Wer Mitfahrgelegenheiten sucht oder anbieten kann, melde sich bitte an beim Nabu Osterode per mail nabu-osterode@online.de oder telefonisch 05522/920870 am besten Dienstags oder Donnerstags von 13 bis 18 Uhr.