Corona-Effekt: 2020 bringt Verschnaufpause für die Natur

Osterode  Der Naturschutzbund Osterode blickt zurück und schaut nach vorn. Exkursionen sollen wenn möglich nachgeholt werden.

Ursula Glock-Menger präsentierte die neuen Infoschilder.

Ursula Glock-Menger präsentierte die neuen Infoschilder.

Foto: NABU

Ist denn in Coronazeiten beim Nabu Osterode nichts los? Tatsächlich sind zwei Drittel des Programms 2020 ins Wasser gefallen. Für 2021 wagt der Naturschutzbund (Nabu Osterode) lediglich ein Hilfsprogramm aufzulegen. Jetzt hat der Nabu ein Fazit des abgelaufenen Jahres gezogen und blickt auf das neue Jahr.

„Die Stunde der Wintervögel“ gab es 2020 und jetzt wieder vom 8. bis 10. Januar 2021. Nachmeldungen per Post und online sind bis zum 18. Januar möglich. Apfelsaft und Vogelnistkästen für Meisen, Star und Schwalbe können gegen telefonische Vorbestellung unter 920870 beim Nabu Osterode unter Einhaltung der Coronaregeln abgeholt werden. Der alljährliche Vortrag über den Vogel des Jahres 2020 die Turteltaube fand statt.

"Doch für 2021 müssen wir auf den Vogel des Jahres noch warten, er wird zum 50. Mal gewählt, doch diesmal von den Mitgliedern. Auf das Ergebnis sind wir alle sehr gespannt", so die Nabuvorsitzende Ursula Glock-Menger. Der letzte Nabu-Höhepunkt für 2020 fand am 12. März statt. Dr. Endres sprach über den insektenfreundlichen Garten und brachte anschauliche Bilder und Anregungen.

Am 14. Juni veranstaltete der Nabu einen Rundgang durch das Nabu-Stiftungsgebiet. Die Vorsitzende konnte den Fortschritt der Erholung des Gebiets nachweisen und die neuen Informationsschilder präsentieren. Glock-Menger: "Zum Schluss der Exkursion kam uns die Schafherde mit dem Schäfer Matthias Bodmann entgegen. Er war durchnässt vom Frühlingsregen bis auf die Haut und begrüßte uns fröhlich und unverzagt. Ein Naturmensch."

Exkursionen mussten wegen Corona ausfallen

Fast all anderen Nabu-Exkursionen fielen der Pandemie zum Opfer, und so hat man sich vorgenommen, sobald es erlaubt ist, diese nachzuholen. Fritz Ahrens will am 24. April zum Seeburger See und am 16. Mai in den Auwald bei Wulften. Die weiter 2020 angekündigten und ausgefallenen Exkursionen werden, sofern sie stattfinden können, auf der Homepage des Nabu rechtzeitig angekündigt.

"Der Nabu hat aber seine Naturschutzaufgaben für das letzte Jahr wahrgenommen. Ferner waren die Neuregulierung der Odertalsperre und der Ausbau der Bahnstrecke, die Schottergärten und die Windkraftanlagen auf dem Uerder Berg wichtige Themen", resümiert die Vorsitzende.

Die Herkulesstaudenbekämpfung ging auch 2020 weiter. 91 Arbeitsstunden bei 286 ausgegrabenen Pflanzen in Söse und Oder zeigen laut Naturschutzbund, dass die Nachsorge nötig ist, um bei dem Rückgang der invasiven und giftigen Pflanzen zu bleiben. Der Obstertrag auf den Streuobstwiesen auf dem Kirchberg, Beierfelde und Schwiegershausen war sehr unterschiedlich. Nabu-Mitglieder und Baumpaten nahmen sich der Pflege der Streuobstwiesen an. "Es Könnten noch viel mehr sein. Eigentlich eine herrliche Arbeit an frischer Luft in schöner Landschaft", sagt die Vorsitzende.
Soweit es erlaubt war hat der Nabu Osterode im Altkreis Osterode eifrig Unterschriften gesammelt für das Volksbegehren, das im Niedersächsischen Weg seinen positiven Abschluss gefunden hat.

Natur hatte Vorteile wegen Corona-Pandemie

Wenn der Nabu doch sehr zurückstecken musste in seinen Aktivitäten und die JHV ausfiel und die neue, mit Wahl des Vorstands, noch im Termin ungewiss ist, so hat die Natur von der Pandemie Vorteile gehabt, schätzt der Nabu die Lage ein. Saubere Luft, weniger Verkehr, gewecktes Interesse der Bevölkerung am Naturgeschehen, alle Tiere insbesondere Insekten erfreuten sich am Rückzug der Menschen.

Doch das könne nicht der einzige Weg sein, dass eine Pandemie der Natur aufhilft. „Der Nabu rechnet mit dem Hochfahren seiner Aktivitäten und den Anregungen seiner Mitglieder, um die Natur aufzubessern“, betont Ursula Glock-Menger abschließend.

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