Autofahrer aufgepasst: Donnerstag beginnt die Schule

Osterode.  Von Schulweg abgehen bis helle Kleidung: Die Polizei gibt Tipps für Eltern und Verkehrsteilnehmer für einen sicheren Weg der Kinder zur Schule.

Die Polizei rät: Eltern sollten den Schulweg mit ihren Kindern zu Fuß üben.

Die Polizei rät: Eltern sollten den Schulweg mit ihren Kindern zu Fuß üben.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Nach sechs Wochen Sommerferien beginnt am Donnerstag für viele Schüler wieder der Unterricht. Die künftigen Erstklässler haben noch bis zum kommenden Samstag Ruhe, erst dann finden die Einschulungen in den Grundschulen statt. Schon im Vorfeld des ersten Schultages haben Verkehrswachten und Polizei in Kindergärten und Kindertagesstätten die Vorschulkinder für das richtige Verhalten auf einem sicheren Schulweg sensibilisiert. Außerdem werden Verkehrsteilnehmer durch zahlreiche Banner auf den Schuljahresbeginn aufmerksam gemacht, die durch die Verkehrswachten zur Verfügung gestellt werden.

Dennoch gibt der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Göttingen, Jörg Arnecke, weitere Tipps für Eltern und Verkehrsteilnehmer, die den Schulweg für die Kinder sicherer machen können. „Hervorzuheben ist, dass Eltern in der Mitverantwortung für einen sicheren Schulweg stehen. Bereits vor der Einschulung sollten Eltern mit ihren Kindern – zu den Zeiten, wo ihr Kind tatsächlich zur Schule geht – das richtige Verhalten auf dem Schulweg üben“, heißt es dazu vonseiten der Polizei. Kinder nehmen Verkehrsabläufe, insbesondere gefahrene Geschwindigkeiten und den Abstand zu Fahrzeugen, anders wahr. „Hieraus können sich unkalkulierbare Gefahrensituationen für die Schulanfänger ergeben.“

Schulterblick und Zebrastreifen

Arnecke rät den Eltern, das Queren der Fahrbahn an übersichtlichen Stellen – etwa an einer Fußgängerampel oder einem Zebrastreifen – und stets mit dem sogenannten Drei-Schulter-Blick zu üben. Um sich zu versichern, dass sich das Kind auch im Laufe der Zeit an das geübte Verhalten hält, empfiehlt Arnecke, das Kind sporadisch auf dem Weg zur Schule zu begleiten. Hierbei eigne sich ein Rollentausch, bei dem das Kind den Eltern das Verhalten auf dem eingeübten Schulweg erklärt.

Von sogenannten Elterntaxis empfiehlt der Verkehrssicherheitsberater, Abstand zu nehmen: „Geben Sie ihrem Kind die Chance selbstständig zu werden, indem es zu Fuß zur Schule geht oder mit dem Bus fährt.“ Nur in Ausnahmefällen – und dann unter Beachtung besonderer Verhaltensweisen – sollten Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. „Parken Sie weit abgesetzt von der Schule und verursachen Sie keine unnötigen Gefahrenstellen“, so Arnecke. Außerdem seien geeignete Kindersitze unumgänglich.

Die Alternative zum Elterntaxi wäre eine Abholkette, die mit anderen Eltern und Schulkindern gemeinsam organisiert werden kann. Jörg Arnecke erklärt dazu: „Begleiten Sie Ihr Kind zu Beginn der Schulzeit bis zum ersten Treffpunkt und holen Sie es von dort wieder ab.“

Sichtbarkeit bringt Sicherheit

Zudem geht der Verkehrssicherheitsberater auf die optische Wirkung von heller Kleidung und Reflektoren ein: „Ihre leuchtenden Kinder sind so auf einer Entfernung von bis zu 140 Meter für Autofahrer erkennbar.“ Eltern sollten ihre Kinder zudem auf die erhöhten Gefahren auf einem dunklen Schulweg hinweisen und ihrem Kind „stets ein Vorbild“ sein, so Arnecke.

Er appelliert auch an die Umsicht der Verkehrsteilnehmer im Allgemeinen: „Rechnen Sie stets mit der Spontanität von Kindern: Tobende und spielende Schulkinder reagieren spontan und unkonzentriert. Nach den ersten Schulwochen setzt auch bei den Erstklässlern eine gewisse Routine ein.“ Fahrer sollten – insbesondere in Schulnähe – vorausschauend und defensiv fahren.

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