Feuerwehr als Schul-AG: Ausschuss stimmt für Pilotprojekt

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Nachwuchsbrandschützer: Die Jugendfeuerwehr Zorge bei einem Übungsdienst.

Nachwuchsbrandschützer: Die Jugendfeuerwehr Zorge bei einem Übungsdienst.

Foto: Martin Neulen / Freiwillige Feuerwehr Zorge

Osterode.  Mit einem Wahlfach oder einer AG sollen Schüler für Brandschutz begeistert und so Nachwuchs für die Feuerwehren gewonnen werden.

Einstimmig stimmte der Schulausschuss des Landkreises Göttingen dafür, je ein Pilotprojekt „Feuerwehr als Wahlfach oder AG“ an einer Berufsschule sowie an einer allgemein bildenden Schule einzurichten. Der Antrag wurde von der Gruppe SPD/Bündnis 90/Die Grünen und der FWG gestellt. Damit sollen den Schülern die Aufgaben der Feuerwehr näher gebracht werden.

Die Freiwilligen Feuerwehren haben schon seit einigen mit Mitgliederschwund zu kämpfen und Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung. „Unsere Feuerwehren leisten für unsere Gesellschaft einen erheblichen Beitrag, und wir wollen, dass dieses Engagement auch in Zukunft erhalten bleibt“, so Herbert Lohrberg (SPD), der den Antrag in der Kurt-Schröder-Halle vorstellte.

Bei dem Wahlfach oder der AG soll es sich um eine feuerwehrtechnische Grundausbildung handeln mit praxisorientiertem Unterricht und anschließender theoretischer und praktischer Prüfung. Die teilnehmenden Schüler sollen zu Truppmännern und -frauen ausgebildet werden. In insgesamt 70 Stunden sollen unter anderem Fahrzeug- und Gerätekunde, rechtliche Grundlagen und Wissenswertes rund ums Löschen und Retten vermittelt werden. Das Projekt beinhaltet auch eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Feuerwehr als Wahlfach oder AG soll eine Heranführung an eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung werden. Weiter heißt es in dem Antrag, dass Erfahrungen mit anderen Pilotprojekten, wie etwa dem in der Stadt Norden in Süddeutschland, gezeigt hätten, dass im Anschluss an einen solchen Kurs einige junge Menschen in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten seien.

Zwar wurde der Antrag wie formuliert beschlossen, dennoch gab es konstruktive Diskussionen. Jens Haepe (CDU) betonte, dass er dieses Projekt für einen guten und wichtigen Ansatz halte, äußerte jedoch auch Bedenken, ob sich aufgrund der Personaldecke bei den Feuerwehren, genügend Ausbilder finden ließen. Auch an den Schulen gebe es engagierte Fachleute, entgegnete Dr. Joachim Atzert (SPD): „Mit diesem Projekt eröffnet man den Jugendlichen Perspektiven.“

Mitgliederschwund gebe es nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch bei anderen Rettungsdiensten und Sportvereinen, so Niels-Ole Linne-Heidelmann (Vertreter der Erziehungsberechtigten Berufsbildende Schulen), der das Pilotprojekt ebenso befürwortete, aber es für nicht ganz richtig hielt, dies nur auf einen Bereich zu beschränken. Dem pflichtete Dr. Eckhardt Fascher (Die Linke) bei, der jedoch auch sagte, dass er es als positiv ansehe, dass dadurch für das soziale Engagement mehr geworben werde. Elke Kreth-Schumann (SPD) gab zu bedenken, dass Jugendliche, die nicht schon von klein auf in der Feuerwehr Mitglied seien, es vielleicht schwer hätten, im höheren Alter einzusteigen. „Durch dieses Projekt werden vielleicht Einstiegsbarrieren abgebaut“.

Mit diesem Projekt eröffnet man den Jugendlichen Perspektiven.
Dr. Joachim Atzert,

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