Auch bei den „Sternsingern“ ist wegen Corona vieles anders

Herzberg  Dreikönigssingen 2021: Trotz Auflagen soll die Aktion möglich gemacht werden. Und ein Gemeindemitglied hatte eine pragmatische Idee.

Gisela Schlote überreichte mit ihren Enkeln Annemarie, Tillman und Helene die Spendentüten und Aufkleber mit dem Segensspruch.

Gisela Schlote überreichte mit ihren Enkeln Annemarie, Tillman und Helene die Spendentüten und Aufkleber mit dem Segensspruch.

Foto: Paul Beier / HK

Die traditionelle Aktion „Sternsinger“ kann in diesem Jahr nicht in der selben Form wie in den letzten Jahrzehnten stattfinden. Hausbesuche sind wegen der Corona-Pandemie untersagt. Den Kindern ist Singen nicht erlaubt. Vor einem Haus dürfen sie höchstens den Sternsinger-Segen sprechen, aber nicht das Haus betreten. Bei den erforderlichen Autofahrten mit Betreuern und anderen Maßnahmen können die geforderten Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden. Die Kinder sollen keinem unnötigen Risiko ausgesetzt werden.

Mit diesen Geboten wurden die Ausrichter der Sternsinger-Aktion konfrontiert. Trotzdem wollen sie die diesjährige Aktion durchführen. So können sich die Gemeindemitglieder der St. Josef-Kirchengemeinde Herzberg am kommenden Wochenende im Gottesdienst die Beschriftung der Haustür auf einem Klebezettel, Informationen zu der Sammlung und eine Spendentüte erhalten, die sie am Ausgang abgeben können.

Besuch mit Enkeln

Da die Zahl der Teilnehmer an einem Gottesdienst wegen der Pandemie stark begrenzt ist, ist davon auszugehen, dass nicht alle Spendenwilligen erreicht werden können. Gemeindemitglied Gisela Schlote hatte stattdessen eine praktikable Idee. Sie rief die Gemeindemitglieder an, bei denen sie mit Kindern aus der Kirchengemeinde in den vergangenen Jahren regelmäßig zum Sternsingen war. Wenn sie willkommen war, machte sie sich kurzfristig in den vergangenen Tagen mit ihren drei Enkelkindern auf den Weg.

In gebührendem Abstand von den Eingängen und unter Mund- und Nasenschutz übergab sie die Sternsinger-Spendentüten mit Erläuterungen an den Haustüren der Gemeindemitglieder und interessierten Herzbergern. Gesungen wurde dabei nicht.

Hilfe für ukrainische Kinder

Die Aufschrift auf dem ausgehändigten Aufkleber lautet in diesem Jahr „20*C+M+B+21“ (Abkürzung übersetzt für „Christus segne dieses Haus“).

Die diesjährige Aktion ist eine Hilfe für Kinder in der Ukraine, deren Eltern monatelang für das Überleben der Familie im Ausland arbeiten müssen, weil es in der Ukraine für sie keine Arbeit gibt. In den dortigen örtlichen Caritas-Zentren finden die Kinder Halt – auch dank der Unterstützung durch die „Sternsinger“.

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