Kita-Betreuungsangebote in Herzberg sollen erweitert werden

Herzberg.  Der Jugend- und Sozialausschuss stimmt der Verlängerung der Betreuungszeiten auf sechs Stunden täglich zu.

Die Kindertagesstätte Wilde Wiese in Pöhlde. Aktuell melden die Kindertagesstätten Mahnte und Regenbogen den Wunsch vieler Eltern, die Betreuungszeiten zu verlängern.

Die Kindertagesstätte Wilde Wiese in Pöhlde. Aktuell melden die Kindertagesstätten Mahnte und Regenbogen den Wunsch vieler Eltern, die Betreuungszeiten zu verlängern.

Foto: Paul Beier / HK

In der Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses des Rates der Stadt Herzberg wurden die Mitglieder über eine Reihe von Vorhaben informiert. Hierbei wurde jeweils abschließend über Beschlussvorschläge der Verwaltung diskutiert. Das Votum war jeweils einstimmig positiv. In der nächsten Ratssitzung wird dann der Rat endgültig über die Vorschläge entscheiden. Worum ging es?

In der ersten Vorlage ging es um die bedarfsgerechte Arbeitszeitanpassung der hauswirtschaftlichen Arbeitskraft in der Kindertagesstätte Mahnte. Durch Ausweitung der Betreuungszeiten und des Angebotes eines Frühstücksbuffets sowie eines warmen Mittagessens nahm der Umfang an hauswirtschaftlichen Tätigkeiten ständig zu. Die Möglichkeit, hierfür Arbeitskräfte aus dem Sozialhilfebereich einzusetzen, entfiel bereits vor einigen Jahren. Das Land Niedersachsen gewährt Personalkostenzuschüsse nur für das pädagogische Personal. Alle weiteren für den Betrieb der Kindertagesstätten erforderlichen Kosten gehen zu Lasten der zuständigen Kommune, in diesem Fall der Stadt Herzberg. Der Arbeitsumfang in den einzelnen Kitas ist aufgrund der Strukturen unterschiedlich. Die Kindertagesstätte Mahnte hat beantragt, eine Stundenerhöhung von 16 auf 30 Stunden wöchentlich zu genehmigen. Die Verwaltung empfahl nach Vergleich des Stundenaufwandes in den anderen städtischen Kitas eine Erhöhung auf 20 Stunden wöchentlich. Hierdurch entsteht eine Belastung für den Haushalt von rund 3.200 Euro pro Jahr. Diesem Vorschlag stimmte der Ausschuss zu.

Viele Eltern wünschen sich verlängerte Betreuungszeiten

Aktuell melden die Kindertagesstätten Mahnte und Regenbogen den Wunsch vieler Eltern, die Betreuungszeiten zu verlängern. Dies würde für die beiden Kitas eine Erhöhung der Zahl der angebotenen Plätze in den Vor- und Nachlaufzeiten bedeuten, nicht aber eine Verlängerung der Gesamtöffnungszeiten. Für die Angebotserweiterungen sind zusätzliche Personalstunden erforderlich. Während das Land Niedersachsen gut 20.000 Euro als Finanzhilfe übernehmen würde, kämen auf Herzberg rund 16.000 Euro jährliche Mehrbelastung zu. Insgesamt geht die Tendenz in der Bevölkerung zu einer gewünschten Betreuungszeit von sechs Stunden täglich. Dies verbessert nach landläufiger Auffassung die Möglichkeiten der Eltern, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Einstimmig billigte der Ausschuss den Beschlussvorschlag.

Im nächsten Tagesordnungspunkt ging es um die Zahlungspflicht des Elternbeitrags bei Schließung oder Notbetreuung für die Kindertagesstätten und die Ergänzung der Entgeltordnung für die Kindertagesstätten. In dem Beschlussvorschlag heißt es unter anderem: „Für die Inanspruchnahme einer Notbetreuung ist ein Pauschalbetrag von täglich einem Zwanzigstel des Monatsbeitrags der Stufe 1, gerundet auf den nächsten Euro zu entrichten. Die Nichtinanspruchnahme eines zugesagten Platzes in einer Notgruppe aus persönlichen Gründen führt nicht zur Beitragsfreiheit.“ Dem Beschlussvorschlag zur Änderung der Entgeltordnung stimmte der Ausschuss ebenfalls einstimmig zu. Nach Aussage von Bürgermeister Lutz Peters geht es bei den Änderungen nicht um eine Kostendeckung, wohl aber um eine gerechte Behandlung und im Bedarfsfall um kleine, tragbare Beträge.

Nutzung der Jugendräume

Der Beschlussvorschlag zur Neufassung der „Ordnung der Stadt Herzberg für die Nutzung der Jugendräume“ fand ebenfalls die einstimmige Zustimmung der Ausschussmitglieder. Unter anderem soll danach die Altersbeschränkung für die Ausrichtung von Geburtstagsfeiern von Kindern und Jugendlichen entfallen. Eine Nutzung für diesen Zweck ist bislang nur für Kinder bis zwölf Jahren möglich. Geburtstagsfeiern sollen gemäß Vorschlag zeitlich auf 11 bis 20 Uhr beschränkt werden und sind im JUZ im Domeyer Park nur sonntags möglich. Die Änderung ergibt mit dem neuen Angebot der „Fun2Go-Ausleihmöglichkeit“ (wir berichteten) und den bestehenden Möglichkeiten im angrenzenden Domeyer-Park neue Anreize. Die Verwaltung behalte sich die Rücknahme dieser Möglichkeit vor, falls ältere Jugendliche nicht mit dieser „Freiheit“ umgehen könnten, so Lutz Peters.

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