Philippi über Kreis Göttingen: „Gehören zu zehn Boom-Regionen“

Hattorf.  Der stellvertretende Landrat Dr. Andreas Philippi war Gast beim Langschläferfrühstück der SPD AG 60 Plus am Harz – und sprach über aktuelle Themen.

Kreisrat Marcel Riethig, der stellvertretende Landrat Dr. Andreas Philippi, Ingeborg Riethig (Geschäftsführender Vorstand der AG 60 Plus im Unterbezirk Göttingen) und der Vorsitzende der AG 60 Plus Region am Harz, Helmut Minne beim Langschläferfrühstück.

Kreisrat Marcel Riethig, der stellvertretende Landrat Dr. Andreas Philippi, Ingeborg Riethig (Geschäftsführender Vorstand der AG 60 Plus im Unterbezirk Göttingen) und der Vorsitzende der AG 60 Plus Region am Harz, Helmut Minne beim Langschläferfrühstück.

Foto: Herma Niemann / HK

„Ich bin im Wahlkampfmodus“, so der stellvertretende Landrat des Landkreises Göttingen Dr. Andreas Philippi humorvoll auf dem traditionellen Langschläferfrühstück der SPD AG 60 Plus Region am Harz, das am Sonntag im Landgasthaus Trüter in Hattorf stattfand. Philippi bewirbt sich derzeit um eine Kandidatur für die Bundestagswahl im kommenden Jahr (wir berichteten). Er komme immer wieder gern zu den Terminen der AG 60 Plus, weil die AG eine wichtige Funktion erfülle, denn hier kämen Jung und Alt ins Gespräch.

Aufgrund der Auflagen und auch der Ängste der Menschen unter der Corona-Krise waren in diesem Jahr erheblich weniger Gäste zu dieser bereits traditionellen Veranstaltung gekommen. Hier im Landkreis Göttingen könne man froh sein, dass man die Pandemie so gut in den Griff bekommen habe, so Philippi. Als stellvertretender Vorsitzender im Unterbezirk Göttingen, richtete er ebenso Grüße des Landrates Bernhard Reuter und des Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann den Anwesenden aus.

„Wir gehören zu den zehn Boom-Regionen. Wir haben es geschafft, aus dem Armenhaus Niedersachsens raus zu kommen und befinden uns auf einem guten Mittelplatz“, betonte Philippi. Zudem hätten Analysen ergeben, dass der Altkreis Osterode durch die Kreisfusion vor fünf Jahren sehr profitiert habe. Dennoch sei die Entwicklung des ländlichen Raums weiterhin ein wichtiger Punkt. Dazu gehöre die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems auf dem Lande mit regionalen Versorgungszentren. „Gesundheitsvorsorge ist auch Daseinsvorsorge“, so Philippi.

Aber auch die Umwelt spiele eine große Rolle. In der SPD gebe es gute Konzepte, dieses Thema nicht nur ökologisch, sondern auch sozial verträglich zu gestalten. Zudem stellte Philippi unter anderem das Seniorenticket ab Januar des kommenden Jahrs in Aussicht. Was da nur noch fehle, seien gute Verbindungen im öffentlichen Personennahverkehr, hieß es aus der Versammlung heraus.

Im weiteren Verlauf sprach auch der Kreisrat Marcel Riethig ein Grußwort. „Kein anderer Landkreis hat flächendeckend so viele Familienzentren wie der Landkreis Göttingen“. Man habe in jeder Gemeinde ein Familienzentrum geschaffen, das niederschwellig mit Beratung und Angeboten jungen Familien und Alleinerziehenden helfe. Bis Ende 2021 seien diese Zentren finanziert, und Riethig will sich dafür einsetzen, dass die Familienzentren dauerhaft finanziert würden. Ein weiteres wichtiges Thema für die Zukunft sei aber auch die Ausbildung junger Menschen. Nicht immer sei das Erreichen des Abiturs oberstes Ziel, denn alle Berufe seien gleichermaßen wichtig in unserer Gesellschaft und würden die gleiche Wertschätzung verdienen. „Es kann nicht sein, dass es mehr Geld dafür gibt, Autos zu bauen, als Menschen zu pflegen“, so der Kreisrat.

Es sei schade, dass man aufgrund der Corona-Krise momentan so gehandicapt sei und bereits angemeldete Mitglieder sich noch kurzfristig zur Absage entschieden hätten, so der Vorsitzende der AG 60 Plus, Helmut Minne. Nicht nachvollziehen könne er jedoch, warum ein anderer SPD-Ortsverein im Altkreis Osterode am gleichen Tag wie die AG 60 Plus eine Mitgliederversammlung durchführe, und dadurch einen Keil zwischen die Gruppen treibe. „Hier ist die Frage, wie wir künftig miteinander umgehen wollen“. Lange habe der Vorstand der AG 60 Plus darüber nachgedacht, ob man das Langschläferfrühstück überhaupt durchführen wolle und auch könne, so der Vorsitzende weiter. „Wir achten auf alle Auflagen. Wir müssen uns doch mal austauschen und miteinander reden, schließlich haben wir nächstes Jahr Wahlen. Nur wenn wir ein Miteinander zeigen, können wir auch wieder eine Wahl gewinnen“. Zuletzt richtete Minne noch einen Dank an das Trüter-Team für die Bewirtung und für das Verständnis, dass kurz vorher noch einige Absagen gekommen seien.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder