Die Einheit wird gelebt

„Das Rotbuchenfest fiel der Corona-Pandemie nicht zum Opfer – und das ist auch gut.“

Die Corona-Krise sorgt nach wie vor dafür, dass im Jahr 2020 eigentlich nahezu alles an Veranstaltungen abgesagt wird, insbesondere wenn man davon ausgehen kann, dass viele Menschen teilnehmen. Das Rotbuchenfest fiel der Pandemie aber nicht zum Opfer, und das ist auch gut. Sicherlich wusste mancher zwar nicht ganz, welche Sicherheitsregeln eingehalten werden müssen, da bei dem Fest die verschiedenen Regelungen von Niedersachsen und Thüringen aufeinandertrafen. Am Ende war es aber vor allem wichtig, dass dieses Fest, das seit Jahrzehnten ein gewachsenes Symbol für gelebte Wiedervereinigung im Südharz darstellt, nicht gestrichen wurde.

Zweifelsohne gibt es nach wie vor bei den Menschen in Ost und West Vorurteile über die andere Seite – und in einigen Bereichen ist das Zusammenwachsen keinesfalls bereits so weit fortgeschritten, wie man es nach 30 Jahren Wiedervereinigung erwarten sollte und auch müsste.

Aber es wird eben auch weiter an wichtigen Projekten gearbeitet, die – wie das Rotbuchenfest -- Symbol für die Einheit von Ost und West im Südharz darstellen können und sollen. Ein Beispiel ist der Radweg zwischen Walkenried und Ellrich, für den die Bauarbeiten mit dem offiziellen Spatenstich am heutigen Montag starten. Oder auch das Projekt Juliushütte ist wichtig, arbeitet es doch die Geschichte der Konzentrationslager in der Region auf. Gerade hier zeigten Walkenrieder und Ellricher bereits Anfang des Jahres bei der Sanierung der Gedenkstätte, dass die Zusammenarbeit ganz einfach und unkompliziert sein kann.

Es ist also absolut so, dass die Wiedervereinigung gerade bei uns im Südharz entlang der ehemaligen Grenze jeden Tag gelebt wird. Das Rotbuchenfest am 3. Oktober steht hierfür stellvertretend.

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