Versprechen eingelöst

„Mit dem Fünf-Euro-Ticket wäre eines der ehrgeizigsten Wahlversprechen von Landrat Bernhard Reuter umgesetzt.“

Wenn es im Wahlkampf darum geht, Versprechungen zu machen, um beim Wähler zu punkten und möglichst viele Stimmen zu sammeln, sind Politiker weit vorne. Viel zu häufig entpuppt sich das Versprochene als Luftschloss, waren die Worte nur leere Hüllen ohne Inhalt. Kein Wunder, wenn die Politikverdrossenheit steigt und die öffentliche Meinung über Politiker in den Keller sackt.

Umso schöner ist es, wenn jetzt im Landkreis Göttingen mit der möglichen Einführung des Fünf-Euro-Tickets tatsächlich ein Wahlversprechen kurz vor der Umsetzung steht. Und noch besser, dass es sich dabei um ein Versprechen handelt, dass von Gegnern als nicht umsetzbar kritisiert und von Spöttern müde belächelt wurde. Sollte der Kreistag zustimmen, und davon ist nach der einstimmigen Empfehlung des Ausschusses auszugehen, wäre eines der ehrgeizigsten Wahlversprechen von Landrat Bernhard Reuter umgesetzt. Allerdings, und das ist klar festzuhalten, ist es mit dem einfachen Beschluss noch lange nicht getan.

Für den Tag dürfen sich die beteiligten Personen kurz auf die Schultern klopfen, dann gilt es, das Ticket auch mit Leben zu füllen – sprich, den öffentlichen Nahverkehr massiv aufzuwerten, um Bus und Bahn zu einer echten Alternative zum eigenen Auto zu machen. Natürlich ist es schön, wenn man für fünf Euro durch den Landkreis befördert wird. Nur nützt das nichts, wenn wichtige Pendlerstrecken nicht bedient werden und auf den Dörfern nur vereinzelt Busse verkehren. Hier gilt es in den kommenden Jahren anzusetzen, Angebote zu schaffen und auf die Wünsche der Bürger einzugehen.

Dabei geht es dann nicht darum, ein Wahlversprechen einzulösen. Die Wünsche der Bürger wahrzunehmen und umzusetzen, ist die Kernaufgabe der Politik.

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