Eine Ausstellung, aktueller denn je

„Schulen kommen als Schnittpunkt in der Gesellschaft als Orte von Bildung eine besondere Verantwortung zu.“

Einen passenderen Zeitpunkt für die Ausstellung des Innenministeriums „Gemeinsam gegen Rechtsextremismus“, die in der Kurt-Schröder-Halle zu sehen ist, gibt es kaum: Bei den Wahlen zum Ministerpräsidenten in Thüringen sind Dämme gebrochen, die ultrarechte AfD um den Hetzer Höcke wurde zum Königsmacher.

Gerade zeigt sich wieder, mit welchen Finten und Tricks sich Rechtspopulisten in die Mitte der Gesellschaft schleichen und festzusetzen suchen, wie sie demokratische Prozesse schamlos nutzen, um sie letztlich außer Kraft zu setzen. Kann sich Geschichte wiederholen? Diese Frage drängt sich auf, denn in Thüringen waren es 1924 schon einmal völkische Abgeordnete, die einer Regierung zur Mehrheit verhalfen und Wegbereiter waren für die Machtübernahme der NSDAP.

Die Konfrontation mit unserer Geschichte und aktuellen Entwicklungen sind wichtige Mittel im Kampf gegen rechten Populismus. Unseren Schulen kommt als Schnittpunkt in der Gesellschaft, als Orte von Bildung und Ausbildung, eine besondere Verantwortung zu, der sie mit einer intensiven Pflege der Erinnerungskultur, mit Ausstellungen und Aktionen wie jetzt in der Kurt-Schröder-Halle entsprechen. Was man draus macht, bleibt jedem überlassen. Demokratie habe keine einfachen Botschaften wie extremistische Ideologien, sondern sei ein Lernprozess mit Ecken, Kanten und Fehlern, sagte der Leiter der BBS II, Dr. Carsten Wehmeyer. Da ist viel Wahres dran.

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