Ernstfall in Osterode simuliert

„Überschwemmungen, Stürme und Brände machen vor den Grenzen von Verwaltungseinheiten nicht Halt.“

Das war schon ein ordentlicher Aufmarsch auf dem Gelände der Eulenburg, und er sorgte bei den Osterodern natürlich für einige Aufmerksamkeit. Die Katastrophenschutzübung Operation Walpurgis führte am Wochenende viele Kräfte zusammen, die den Ernstfall unter möglichst realen Bedingungen übten. Gut, bei den langfristigen Wetterprognosen spielt Schnee in derartigen Massen, dass der Katastrophenfall festgestellt wird, wohl eine untergeordnete Rolle, auch wenn man sich in diesem Zusammenhang noch gut an das Schneedrama 1978 in Norddeutschland erinnern kann.

Aber die Art der Schadenslage ist eigentlich egal, denn wichtig ist, dass Führung, Sanitätsdienst, Logistik, psychosoziale Notfallversorgung, die Betreuung betroffener und die Abwehr von Gefahren funktioniert, und das nicht nur landkreisübergreifend, sondern über Ländergrenzen hinweg. Will man den Vorhersagen glauben, wird der Klimawandel mehr Starkregenereignisse mit Überschwemmungen, Dürrephasen, Stürme und Brände mit sich bringen, Situationen, auf die man sich vorbereiten sollte und deren Folgen vor den Grenzen von Verwaltungseinheiten nicht Halt machen. Von der Abwehr chemischer, biologischer oder nuklearer Bedrohungen will ich gar nicht reden.

Welch komplexe Problemstellungen sich allein mit der Kommunikation, der Stromversorgung, dem Ausleuchten der Räume oder dem Transport und der Beschaffung von Hilfsmitteln rund um die Versorgung betroffener Menschen ergeben, kann man als Laie nur erahnen. Um mit solchen Situationen umgehen zu können, sind also Fachleute gefragt. Und die erweitern ihre Kompetenzen kaum effektiver als in der Zusammenarbeit bei solchen Einsätzen, in denen sie sich und das Material erproben.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder