Gewalt gegen Frauen: Sich aus der Opferrolle befreien

„Von herausragender Bedeutung ist auf jeden Fall, dass den Betroffenen leicht zugängliche und wirklich effektive Hilfe geboten wird.“

Die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, wie sie im Titel des Aktionstages gefordert wird, ist ein utopisches Ziel, fürchte ich. So wie ich die menschliche und besonders die männliche Natur einschätze, wird es Gewalt geben, solange es Männer gibt. Darum wird es auch weiter Kriege geben – und ich fürchte, alle gute Erziehung, die man kleinen Jungs angedeihen lassen kann, wird nicht verhindern, dass manche Männer brutal sind. Und Frauen werden zu Opfern von Männern, weil sie oder wenn sie schwächer sind.

Aber hier liegt vielleicht ein Ansatz, das gesellschaftliche Problem häuslicher Gewalt anzugehen, zu verringern und im Idealfall eines Tages doch ganz zu unterbinden: Man muss die Frauen in die Lage versetzen, sich aus der Rolle des Opfers zu befreien. Man muss sie stärken, nicht in erster Linie körperlich, sondern mental. Ich glaube, es ist oftmals auch eine Einstellungssache, ob man in einer Beziehung bleibt, in der man misshandelt wird. Die betroffenen Frauen müssen erkennen, dass es möglich ist, sich dem gewalttätigen Partner zu entziehen. Aber das ist jetzt leicht gesagt – gerade von einem Mann.

Von herausragender Bedeutung ist aber auf jeden Fall, dass den Betroffenen leicht zugängliche und wirklich effektive Hilfe geboten wird: Anlaufstellen, an die sie sich wenden können, vor allem auch sensible und rasch reagierende Behörden, eine Polizei etwa, die sofort gegen einen prügelnden Ehemann einschreitet.

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