Der Harz hat Platz für Mensch und Tier

„In unsere Wälder gehört der Luchs ebenso wie Hirsch, Reh, Wildschwein oder Fuchs – und letzten Endes auch der Wolf.“

Lange hatte der Luchs bei den Menschen einen schlechten Ruf: Er galt als mordlustig und hinterlistig. Auf Futtersuche verließ er das Dickicht und machte sich über Schafe und Ziegen her. Deshalb wurde er als Räuber und auch wegen seines schönen Fells gejagt und nahezu ausgerottet.

Jetzt erobern Nachkommen der im Harz vor Jahren ausgewilderten Luchse zunehmend Lebensräume außerhalb unseres Mittelgebirges. Pinselohren aus dem Harz wurden erneut in Hessen gesichtet, auch im Hils bei Holzminden sind sie angekommen – und jetzt in zwei Waldgebieten im westlichen Harzvorland: im Westerhöfer Wald und im weiter nördlich gelegenen Höhenzug Hainberg/Appelhorn. In beiden Waldgebieten, die sich auf die Landkreise Northeim, Göttingen, Goslar und Hildesheim erstrecken, liefen Luchsweibchen mit mehreren Jungtieren vor die Kamera weiterer Fotofallen. Dabei wurde sogar die Autobahn 7 überquert.

Ich denke, das Luchs-Projekt ist zu begrüßen. Ein Grund: Nach Bär und Wolf ist diese Katze das größte Raubtier, das in Europa lebt. Viele Jahre aber wurden Luchse verfolgt. Erst seit einigen Jahren durchstreift er wieder unsere heimischen Wälder, in die er ebenso gehört wie Hirsch, Reh oder Fuchs – und letzten Endes auch der Wolf. Man sollte nur endlich praktikable Lösungen für ein Miteinander erarbeiten.

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