Schwiegershäuser sollten ihren Schatz „Dorfladen“ pflegen

„Der Dorfladen ist in Gefahr. Jeder muss für sich entscheiden, was ihm der Standortvorteil wert ist.“

Landflucht und Strukturwandel als Folge demografischer Gegebenheiten sind derzeit bestimmende Themen, wenn es um die Entwicklung des ländlichen Raumes geht. Wie kann die Daseinsvorsorge in der Fläche künftig gesichert werden? Über entsprechende Modelle lässt sich, wie wir wissen, trefflich diskutieren, seit immer mehr Einrichtungen schließen. Die alten Tante-Emma-Läden, die mit viel Herzblut und Liebe zum Standort betrieben wurden, sind längst Geschichte.

Einen Dorfladen, wie in Schwiegershausen, gut sortiert, der im Prinzip alle Voraussetzungen zur Haushaltsführung erfüllt, den wünschen sich viele Gemeinden sehnlichst. Aber es zeigt sich, wie schwer es selbst in einem so einwohnerstarken Ort ist, ein solches Angebot wirtschaftlich zu platzieren. Statt vor Ort einzukaufen in zugegeben schlichterem Ambiente, lockt das Einkaufserlebnis die mobile Bevölkerung raus zu den bunten, scheinbar günstigeren Discountern im Umland. Das macht das Wirtschaften schwer. Doch ein Dorfladen braucht zwingend eine gute Verankerung im Ort und muss einen Mindestumsatz erzielen, um überhaupt zukunftsfähig zu sein. Letztlich sind die Margen auf Lebensmittel gering, notwendige Ersatzinvestitionen lassen sich bei mangelndem Umsatz kaum mehr finanzieren.

Die Bevölkerung in Schwiegershausen hat es in der Hand, wie es weitergeht. Sie muss sich im Klaren darüber sein, dass sie einen „Schatz“ zu pflegen hat, ein wertvolles Angebot der Nahversorgung, das heutzutage nicht selbstverständlich ist und einmal weggefallen, nicht zu rekreieren ist. Ein Selbstläufer ist solch ein Dorfladen nämlich keineswegs. Jetzt ist er in Gefahr, und jeder muss für sich entscheiden, was ihm dieser Standortvorteil wert ist.

Vielleicht ist der Blick in die Zukunft auf eine rasch alternde Gesellschaft eine kleine Entscheidungshilfe.

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