Ping-Pong bei Behörden

„Forst und Landkreis schieben das Verbot der Wildtierfütterung zwischen sich her – und eine Tradition steht dadurch vor dem Aus.“

Es ist ein Ping-Pong-Spiel zwischen den Behörden: Der Landkreis Göttingen untersagt die Schaufütterung von Wildschweinen auf dem Stöberhai, hat aber kein Problem, wenn Hirsch und Reh weiter etwas erhalten – und bei den Landesforsten ist es genau umgekehrt. Sie lehnen die Fütterung von Rotwild ab, nicht aber die des Schwarzwilds. Beide Seiten eint sogar der Grund des jeweiligen Verbotes: die Überpopulation bei den Wild tieren.

In der Mitte der beiden Argumentationsketten sitzen jetzt Martina Mantek und ihr Sohn Patrick Pchalek als aktuelle Pächter der Waldgaststätte auf dem Stöberhai. Sie fürchten zurecht, dass das Gerücht, dass die Einrichtung geschlossen ist, Realität wird. Und ohne die Schaufütterungen ist es wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis es so kommt.

Sicher ist die Argumentation von Landkreis und Landesforsten richtig, dass es zu viel Rot- wie Schwarzwild gibt. Aber für mich stellt sich die Frage: Wird dieses Problem wirklich vermindert, wenn man nicht mehr füttert? Die Wildtierfütterung ist seit Jahrzehnten eine touristische Attraktion – und war bislang auch kein Problem. Mit ihrem Ende könnten vor allem die Wildschweine den Weg nach Wieda suchen – und die bestehenden Probleme erhöhen.

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