Projekt Stadtwaldrettung: Im Kleinen Großes schaffen

„Soll man jetzt die Hände in den Schoß legen und resignieren? Nein, meinen viele Bürgerinnen und Bürger.“

Ja, so geht es manchmal, und was gestern selbstverständlich war, ist es heute oder morgen nicht mehr, oft schneller, als uns lieb ist.

Na klar, schon lange raunt es durch die Wipfel, dass mit den Bäumen irgendwas nicht stimmt, vereinzelte Baumleichen aber taten der guten Stimmung kaum Abbruch. Ja, Klimawandel, den soll es geben, das zumindest räumte so mancher vor Jahren schon ein, als die Tanne noch grünte. Das ist vorbei! Und jetzt? Jetzt halten Greta Thunberg und viele engagierte junge Menschen allen Zweiflern den Spiegel vor und rücken das, was auch Forstleuten schon lange bekannt war und was sie derzeit in der ganzen Wucht durchleben müssen, in den Fokus.

Angesichts der Probleme mit schmelzenden Gletschern, brennenden Urwäldern und erschreckend ignoranten Despoten, den gewaltigen Herausforderungen weltweit also, die junge Aktivisten thematisieren, mag dahinter unser Waldsterben und vor allem die Situation im kleinen Osterode zurücktreten. Aber der Zustand des Stadtwaldes passe eben in das große globale Schadensbild.

Soll man jetzt die Hände in den Schoß legen und resignieren? Nein, meinen viele Bürgerinnen und Bürger und füllen die Reihen der Helfer bei der Stadtwaldrettung bis auf den letzten Patz oder spenden für ihren Stadtwald. Dass die Stadtforst in Osterode und ihre Arbeit aus der Nische, in der sie sich lange herumdrücken musste, nun in die Öffentlichkeit rückt, ist ein erfrischender Nebeneffekt.

Es ermutigt, dass so viele Bürger bei der Stadtwaldrettung mitmachen und den Waldumbau jetzt auch zu ihrer Sache machen. Das ist bei der Schadensbilanz zugegeben ein Tropfen auf den heißen Stein und durchaus ausbaufähig. Aber ein anderer artenreicher Wald verspricht, sich vor neuen klimatischen Anforderungen behaupten zu können, und das Engagement dafür ist ein Indiz für das Umdenken der Menschen. Das bietet großes Potenzial. In Osterode ist es ein bescheidener, aber wegweisender Start in eine neue Waldwirtschaft. Und das Projekt steht bundesweit nicht allein. So fange jeder erstmal bei sich an! Große Dinge entstehen durch eine Reihe kleiner Dinge, die zusammen kommen, hat Vincent van Gogh festgestellt. Und die Greta hat es vorgemacht.

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