Fest im Harz

Im Südharz gibt es Flammkuchen wie im Saarland

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Ebenfalls zu Gast: Das Südharzer Bläserquartett Klaus Liebing und Wolfgang Balogh.

Ebenfalls zu Gast: Das Südharzer Bläserquartett Klaus Liebing und Wolfgang Balogh.

Foto: Reiner Gniffke / HK

Neuhof.  Vor dem Weinfest in Neuhof haben sich die Flammkuchenbäcker noch mal Expertise angeeignet.

Ein im Eichenfass gereifter kräftiger Rotwein mit dem Namen Julia war der Spitzenwein, den das Weingut Burghof Oswald aus dem rheinland-pfälzischen Guntersblum beim Weinfest in Neuhof anbot. Viele Helferinnen und Helfer waren dafür verantwortlich, dass der Förderverein Kultur- und Heimatpflege Neuhof dieses Weinfest nun schon seit 20 Jahren regelmäßig anbieten konnte.

Im Backhaus gleich links neben dem Zugang zum Festplatz gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus des Ortes backte das Team um Ulf Hoffmeister Flammkuchen, den man schon seit dem Vortag vorbereitet hatte. Auch eine Fahrt nach Saarbrücken haben Vereinsmitglieder nicht gescheut. Dort holten sie sich den letzten Schliff für die Zubereitung der Spezialität aus dem Elsass sowie den benachbarten Regionen Saarland, Lothringen, Pfalz und Baden.

Der Verkaufsstand des Weinguts Burghof Oswald war rechts neben dem Eingang aufgebaut. Neben dem Verkauf wurde auch Beratung angeboten. Das Weingut ist regelmäßiger Gast auf dem Neuhofer Weinfest. Das hängt mit einer langjährigen Freundschaft zwischen dem Betreiber des Edeka Supermarktes aus Bad Sachsa und eben der Eigentümerfamilie des Weingutes zusammen.

In einer Ecke des Unterstands bot Simon Oswald interessierten Gästen eine Weinprobe an. Seine der typischen Weinsprache angelehnten Erklärungen wurden von ihm dabei über ein Mikrofon gesprochen.

Gleichzeitig unterhielt Walter Ziegler, Bandleader des Südharzer Bläserquartetts das Publikum, wenn er zu seinen stets witzig informativen Ausführungen ansetzte, um den nächsten Musiktitel zu erklären.

Ein großes Doppelfestzelt, das nach vorn hin offen war, bot ausreichend Sitz- und Stehplätze für die Besucher. Aus ihm blickte zufrieden Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins Klaus Liebing in die Runde – und war stets bereit, das Mischbrot Charlotte zu erklären und auszugeben.

Liebing hat in dem Förderverein nach seiner früheren beruflichen Tätigkeit als Landrat des damaligen Landkreises Osterode am Harz eine ihn erfüllende Aufgabe gefunden. Stolz berichtete er: „Wir haben heute schon vier neue Mitglieder für den Förderverein gewinnen können.“

Hintergrund:

Den Förderverein Kultur-und Heimpflege Neuhof gibt es seit dem 3. Juli 2002. Inzwischen hat er 280 Mitglieder, Tendenz steigend. Im Verein gibt es vier Abteilungen: neben dem gemischten Chor, der Backabteilung, dem Bauausschuss noch die Wandergruppe.

Die Mitglieder kommen aus der gesamten näheren Umgebung, auch aus dem Thüringer Ellrich. Frühere Bewohner des Ortes halten ihre Verbindung zum Verein dadurch, dass sie die Mitgliedschaft nicht aufgeben. So sind aktuell sogar ein Hamburger und ein Berliner dabei.

Viele Bauprojekte wurden seit der Gründung geschaffen. Erwähnt seien hier das Lorenseilbahndenkmal, das an den Gipsabbau in und um Neuhof erinnert, sowie die Neugestaltung des Dorfbrunnens. Sechs Wanderbauden und 50 Bänke werden vom Verein aktuell über Patenschaften betreut.

Der Verein kümmert sich aber nicht nur um die Gestaltung historischer Anliegen. Als Beleg dafür dient das im Jahr 2020 direkt neben dem Gipsbrennofen entstandene Insektenhotel.