Fusion oder Wahlen: 2021 wird in Walkenried einiges ändern

Walkenried.  Ein möglicher Bürgerentscheid oder aber die Wahl eines neuen Bürgermeisters und Verwaltungschefs – wir haben die Ratsfraktionen befragt.

Das  Rathaus in Walkenried.

Das Rathaus in Walkenried.

Foto: Thorsten Berthold / HK

Das Jahr 2021 sollte in vielerlei Hinsicht ein entscheidendes für die Gemeinde Walkenried werden. Eventuell steht bereits im Januar ein Bürgerentscheid zur Fusionsfrage mit der Stadt Bad Lauterberg an. Sollte dieser Erfolg haben, müsste eine neue Bürgermeisterin bzw. ein neuer Bürgermeister – auch wie berichtet wegen des offiziellen Ausscheidens von Dieter Haberlandt – gewählt werden.

Es könnte aber auch sein, dass im Herbst 2021 zumindest für eine Zeit gar kein Chef im Rathaus in Walkenried sitzt, denn Christopher Wagner, jetziger Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, der seit geraumer Zeit die Amtsgeschäfte leitet, ist offiziell Kandidat der SPD Herzberg bei der Bürgermeisterwahl in der Welfenstadt im Oktober 2021 (wir berichteten).

Wir haben die Fraktionen im Gemeinderat Walkenried befragt, wie sie die Entwicklung bewerten und wie es im Falle einer Wahl von Christopher Wagner zum Bürgermeister in Herzberg weitergehen soll.

Rosita Klenner (SPD):

„Nun, zunächst einmal freue ich mich für Herrn Wagner, dass er sich gegen seinen Mitbewerber durchgesetzt hat und wünsche ihm einen erfolgreichen Wahlausgang. Selbstverständlich gehe ich fest davon aus, dass er bis zum Wahltag im September 2021 seine ganze Arbeitskraft weiterhin voll und ganz für die Gemeinde Walkenried einsetzen und seine Arbeit in 2021 nicht durch den Wahlkampf beeinträchtigt wird.

Sollte er gewählt werden, kommen zur Zeit noch zwei Varianten in Frage: 1. Die Fusion mit Bad Lauterberg bringt uns erstens einen neuen Hauptverwaltungsbeamten (HVB) und zum anderen steht sofort mehr Personal zur Verfügung, welches die anfallenden Aufgaben sicher übernehmen kann. 2. Falls es nicht dazu kommt, muss in der Gemeinde Walkenried sowieso ein HBV gewählt werden und dieser wird dann die repräsentativen und sonstigen Aufgaben übernehmen, die Christopher Wagner zur Zeit von Dieter Haberlandt übernommen hat. Die verbleibenden ursprünglichen Aufgaben von Christopher Wagner müssen dann zunächst vom vorhandenen Personal mit erledigt werden – so gut es geht – bis der neue Rat über eine eventuelle Neuausschreibung der Stelle entscheidet oder aber sich mit dem Thema IKZ ernsthaft auseinandersetzt, hier käme Bad Lauterberg, aber auch Bad Sachsa in Frage.“

Klaus-Erwin Gröger (CDU):

„Zu der Bewerbung von Herrn Wagner möchte ich keine Wertung abgeben. Jeder Bürger hat das Recht sich für derartige Positionen zu bewerben. Die Kommunalwahl ist am 12. September 2021. Sollte Herr Wagner da zum Bürgermeister gewählt werden, bzw. zwei Wochen später bei einer Stichwahl, ist davon auszugehen, dass er die Wahl annimmt. Somit wäre Herr Wagner ab dem 1. November 2021 Kommunaler Wahlbeamter und dass Lebenszeitbeamtenverhältnis erlischt, die Stelle in Walkenried wäre damit vakant.

Wenn es zu keiner Fusion kommt, wird zeitgleich ein neuer Bürgermeister seinen Dienst antreten und die vakante Stelle muss ausgeschrieben werden. Eine Vorbereitung darauf ist nicht möglich. Allerdings haben die langjährigen Mitarbeiter unserer kleinen Verwaltung große Erfahrung im Umgang mit Vakanzen in den letzten zehn Jahren gesammelt.“

Martin Neulen (BVZ):

„Persönlich bedauere ich seine Entscheidung, kann es aber natürlich auch nachvollziehen. Wir können froh sein, dass wir ihn damals eingestellt haben, denn er ist ja auch mehr oder weniger ins kalte Wasser geschubst worden. Durch die Erkrankung von Dieter Haberlandt übernahm er ja unplanmäßig ganz andere Aufgaben, als angedacht war. Ich finde, er hat es sehr gut gemeistert, noch dazu, wo es nicht gerade eine einfache Zeit ist. Geprägt durch Fusionsgespräche zunächst mit Bad Sachsa und Bad Lauterberg, dann nur mit Bad Lauterberg, Corona etc. alles Sachen, die man vorher schlecht üben kann.

Sollte es keine Fusion geben, wird ein neuer Bürgermeister für unsere Gemeinde gewählt. Sollte es eine Fusion geben, wird im größeren Rahmen gewählt. Was also unseren Hauptverwaltungsbeamten betrifft, kommt so oder so eine Veränderung.

Sollte Christopher Wagner zum Bürgermeister von Herzberg gewählt werden, wird die vakante Stelle bei einer nicht durchgeführten Fusion sicherlich neu ausgeschrieben, was bei seiner Wahl und einer Fusion kommt, kann ich nicht beurteilen, denn ich weiß nicht genau welche Personen aus Bad Lauterberg die Stelle besetzen können.

Auf jeden Fall wünsche ich Christopher Wagner für die Zukunft alles Gute, ob mit der Gemeinde Walkenried, der Stadt Bad Lauterberg oder der Stadt Herzberg.“

Herbert Miche (BLW):

„Grundsätzlich ist es ein völlig normaler Vorgang, dass es im beruflichen Leben Veränderungen gibt und neue Herausforderungen gesucht werden. Dass dabei auch die persönliche Karriere im Vordergrund steht, ist ebenfalls normal.

Inzwischen gibt es auch im „Öffentlichen Dienst“ einen Fachkräftemangel. Qualifizierte Bedienstete sind somit gefragt und es ergeben sich somit auch neue Chancen.

Christopher Wagner hat die Leitung der Gemeinde Walkenried in einer sehr schwierigen Zeit übernommen und diese Aufgabe mit viel Fleiß und Kompetenz bewältigt. Dass man sich einer gewissen Kritik aussetzen muss, gehört zum „Geschäft“. Die Kritiker sollten sich dennoch hinterfragen, ob die teilweise unfaire Kritik angebracht war. Ich wünsche Herrn Wagner jedenfalls viel Erfolg.

Walkenried muss jetzt erst einmal abwarten, was aus der geplanten Fusion wird. Ich persönlich glaube nicht an eine Fusion bzw. lehne sie ab. Das würde dann bedeuten, dass Walkenried einen neuen Bürgermeister wählen muss. Es ist aber noch nicht an der Zeit, bereits heute Namen ins Spiel zu bringen oder irgendwelche Spekulationen zu betreiben. Sofern der Fall so eintritt, vertrete ich die Meinung, dass auf alle Fälle ein Verwaltungsfachmann für eine Kandidatur gefunden werden sollte.

Ich persönlich würde mich freuen, wenn die Parteien sich auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen könnten, der sich dann natürlich der Wahl stellen muss.

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