Der Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg trotzt der Pandemie

Bad Lauterberg  Der Vorsitzende bemüht sich um Fördermittel für die Sanierung des Bismarckturms. Zudem gab es trotz Corona Spendenaktionen.

Der Bismarckturm ist ein Wahrzeichen von Bad Lauterberg. Er muss aber dringend saniert werden.  

Der Bismarckturm ist ein Wahrzeichen von Bad Lauterberg. Er muss aber dringend saniert werden.  

Foto: Mark Haertl / HK-Archiv

Die Einschränkungen im Corona-Jahr 2020 haben die Arbeiten in Vereinen und das dortige Miteinander beeinflusst: Veranstaltungen und Auftritte, Treffen und Übungsabende fielen aus. So auch beim Harzklub Bad Lauterberg. Doch tatenlos war der Zweigverein im vergangenen Jahr nun wirklich nicht, unter anderem wurden Wanderwege gepflegt, die Schutzhütte an der Wasserscheide gestrichen, Sitzbänke am Sieberpass gebaut, das Soldatengrab wieder hergerichtet und an der Mammutaufgabe Sanierung des Bismarckturms weitergearbeitet.

Im Juni 2020 wurde das vom Harzklub-Zweigverein als Eigentümer in Auftrag gegebene Sanierungsgutachten für das Lauterberger Wahrzeichen vorgestellt (wir berichteten). Bei der Reparatur müssen Materialen wie Steine und Mörtel dem Denkmalschutz entsprechen. Weiterhin müssen die Deckenkonstruktion erneuert und der Regenwasser-Abfluss vergrößert werden. Innen müssen Treppenstufen erneuert und eine Notbeleuchtung installiert werden. Insgesamt sind für die Baumaßnahmen etwa 400.000 Euro errechnet worden. Das Gutachten selbst war erst durch eine Förderung der Leader-Region und die Co-Finanzierung der Stadt Bad Lauterberg möglich geworden.

Für die Sanierung des Bismarckturms sollen Förderungen organisiert werden

Wann die eigentliche Sanierung des Bismarckturms beginnt und wie das Vorhaben finanziert wird, ist noch unklar. Doch Klaus Wiedemann, Vorsitzender des Harzklub-Zweigvereins, ist darum bemüht, Förderanträge zu stellen. Dafür steht er unter anderem mit dem Landesamt für Denkmalpflege in regelmäßigem Kontakt. Das Vorhaben sei „eine langwierige Aufgabe, die viel Kraft abverlangt“, sagt er. Aber er sei zuversichtlich, dass das Projekt in diesem Jahr „einen Schub erhält“.

Große Unterstützung gibt es von Einwohnern und Gästen, viele haben Geld gespendet. Immerhin sind bereits mehr als 20.000 Euro zusammengekommen. Wiedemann bemerkt, dass sich alle Gelder für die geplante Sanierung auf einem Sonderkonto befinden. Von der Spendenbereitschaft und vom Ideenreichtum für Aktionen ist der Vereinschef begeistert. Er erinnert etwa an die vier Male, an denen selbstgenähte Mund-Nase-Stoffmasken gegen Spenden in der Innenstadt verteilt wurden.

Die Heimatgruppe des Zweigvereins erstellt ein Kochbuch auch mit regionalen Spezialitäten

Ebenfalls zugunsten des Bismarckturms hat die Heimatgruppe des Zweigvereins ein Kochbuch entworfen. Gruppenwartin Dr. Nicole Fröhlich erläutert: „Es sind eher einfache Rezepte, die wir in der Gruppe gerne und schnell kochen und backen.“ Köhlersuppe und Erbseneintopf, Schwartenwurst mit Pellkartoffeln, aber auch Veganes sind in dem Buch enthalten.

Ferner hat eine Förderin des Vereines Mützen und Schlüsselanhänger für den guten Zweck gestrickt. Und Gabriele Vitalis-Berndt hat dem Harzklub 72 Aquarelle geschenkt, die ihre verstorbene Mutter Ursula Preifl gemalt hat. Wiedemann: „Die schöne Sammlung der Aquarelle wurde digitalisiert und verkaufsfertig verpackt. Eigentlich sollten diese schönen Geschenkartikel noch vor Weihnachten angeboten werden, aber wir mussten leider, coronabedingt, die Aktion verschieben.“

Haupteinnahmequellen wie Auftritte und Zimmervermietung sind während der Pandemie weggebrochen

Überhaupt ist so manches im Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg wegen der Pandemie ausgefallen, beispielsweise Proben und Vorführungen der Heimatgruppe – die Mitglieder singen etwa Harzer Lieder und zeigen Besonderheiten wie Peitschenknallen und Glockenspiel.

Öffentliche Auftritte und Zimmervermietung sind die Haupteinnahmen des Vereins, berichtet Wiedemann. Beides ist im vergangenen Jahr weggebrochen. „Wir werden diese Tatsache hinnehmen, glücklicherweise hat mein Vorgänger Heinz Gerd Trüter sehr solide finanzielle Grundlagen geschaffen.“ Das Vereinsheim und Gästehaus verfügt über 13 Betten in fünf Zimmern, die zum Beispiel Wanderer, Mountainbiker und andere Naturfreunde mieten.

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