„Wo ist ein Platz für die Jugend in Bad Lauterberg?“

Bad Lauterberg.  Mädchen und Jungen stellten in Bad Lauterberg ihre Eindrücke bei der Suche nach einem neuen Jugendraum vor. Es gibt drei Vorschläge.

Eine Möglichkeit: Das Naturfreundehaus auf dem Weinberg in Bad Lauterberg.

Eine Möglichkeit: Das Naturfreundehaus auf dem Weinberg in Bad Lauterberg.

Foto: Kjell Sonnemann / HK

Der Grundschule am Hausberg fehlen Lagerräume. Mobiliar befindet sich aktuell in der ehemaligen Lutterbergschule. Es soll aber in dem Gebäude untergebracht werden, in dem es auch benötigt wird. Dafür bietet sich der Jugendraum im Schul-Keller an. Dieser müsste nämlich für etwa 60.000 Euro saniert werden, weil er keinen gegossenen Fußboden hat, wodurch es zu aufsteigender Nässe kommt. Als Lager müssten die Räume jedoch nicht renoviert werden. Darum wird nach einem Ort für einen neuen Jugendraum gesucht. Drei Alternativen hat die Stadtverwaltung vorgeschlagen.

Idee Nummer eins: Das Gebäude des SC Harztor an der Augenquelle in Bad Lauterberg. Der Umbau des städtischen Gebäudes würde etwa 400.000 Euro kosten, die Hälfte davon bezuschusst. Die Stadt müsste 200.000 Euro für den Jugendraum und weitere 100.000 Euro für einen Sportverein aufbringen. Der SC Harztor hat ein eigenes Vereinsheim in Barbis. Seit der jüngsten Stadtratssitzung steht fest, dass auf dem ehemaligen Hartplatz an der Augenquelle eine neue Kindertagesstätte errichtet werden soll.

Jugendraum-Variante zwei befindet auf dem Weinberg. Der Lauterberger Ortsverband der Naturfreunde wird sich auflösen. Die Gebäude gehören dem Ortsverband, das Grundstück der Stadt. Das Blockhaus käme für die Jugendlichen in Betracht. Der dritte vorgeschlagene Standort ist bei der St.-Paulus-Kirche in der Lauterberger Aue: Räume im Gemeindehaus könnten genutzt werden.

Viele Ideen für den Weinberg

Zusammen mit Stadtjugendpflegerin Sarah Hoffmann haben sich einige Jugendliche vor der September-Sitzung des Sozialausschusses zunächst zwei mögliche Standorte angeschaut und dem Gremium darüber berichtet. „Die große Frage ist: Wo ist ein Platz für euch in Bad Lauterberg?“, sagte Hoffmann. Das kleine Blockhaus auf dem Weinberg liege in ruhiger Umgebung und biete viel Platz, berichteten die Jugendlichen. Es gebe auch im Freien Platz, und der Wald befinde sich gleich nebenan. Auch eine kleine Werkstatt und einen Balkon gebe es. Zudem könnte es ein eigenes Büro für die Stadtjugendpflege geben.

Die Nachteile seien hingegen, dass es keine Koch- und Backmöglichkeiten gebe, es im Erdgeschoss nur eine Toilette gebe. Und vor allem, dass der Weg hinauf zum Weinerg weit und steil sei. Es gebe im Winter keinen Räumdienst, das Naturfreundehaus sei dann kaum zu erreichen. Das Blockhaus müsse nicht umgebaut werden und die Toilette könne für beide Geschlechter sein. Jedoch sei es notwendig, zum Beispiel eine Mitfahrerbank aufzustellen oder die Seilbahn am benachbarten Hausberg nutzen zu dürfen, so das Fazit der Mädchen und Jungen.

Jugend-Café

Diese nutzten die Gelegenheit und schauten sich auch das große Naturfreunde-Vereinshaus auf dem Weinberg an. Sie habe gar nicht so schnell gucken können, wie die Jugendlichen gleich im großen Haus waren, berichtete Jugendpflegerin Hoffmann. Große Küche, viele Räume, getrennte Dusch- und Waschräume, großer Versammlungsraum mit Kamin und großer Außenbereich, in dem auch ein Garten angelegt werden könnte – das sind die Vorteile, die die Jugendlichen aufzählten. Sie hatte zudem die Idee, ein Jugend-Café einzurichten, das auch Wanderer besuchen können. Jedoch gilt auch hier: Der Weg zum Weinberg ist weit und schwer. Beide Häuser nutzen zu können, wäre hervorragend. Den Jugendlichen schwebten für den Fall eine Art Jugendherberge, Kulturveranstaltungen, ein neuer Verein für Naturschutz und Brauchtumspflege oder eine Wildnisschule vor.

Das Sportheim an der Augenquelle war der nächste Ort, den das Team besuchte. Auf der Kontra-Seite ständen die hohen Renovierungskosten und die Tatsache, dass es sich nur um einen Gemeinschaftsraum handele. Die Pluspunkte für die Jugendlichen sind ein Grillplatz, der Räumdienst im Winter und das große Außengelände – auf dem die eingelagerte Skaterbahn aufgestellt und ein Jugendzeltplatz eingerichtet werden könnte. Eine weitere Idee ist ein Bauspielplatz wie im Film „Die wilden Kerle“. Zudem sind ein Markt und eine Wassertretstelle in der Nähe.

Die dritte von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Alternative für einen Jugendraum, das Pfarrhaus in der Aue, hatten die Jugendlichen sich noch nicht angesehen. Ein Termin stand aber bereits fest. Ein Vorteil sei die Nähe zur KGS Bad Lauterberg und ein Nachteil, dass es Hemmungen bei Jugendlichen geben könnte, die einen anderen Glauben haben.

Hilfe bei der Entscheidung

Die Jungen und Mädchen haben sich aber auch eine eigene Möglichkeit für einen künftigen Jugendraum überlegt: die „Tequila Lounge“ in der Innenstadt. Auch sie solle noch besucht werden. Die zentrale Lage gehöre zu den Pro-Punkten. Außerdem könnten beispielsweise ein Jugendcafé eingerichtet und die Räume auch mal als Disko genutzt werden. Negativ sei, dass es kein Außengelände gibt. Zudem müsste Miete gezahlt werden.

Bei der nächsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend, Schulen, Kultur und Sport sollen die weiteren Eindrücke vorgestellt werden. „Das wird uns sicher eine große Hilfe sein bei der Abwägung“, sagte Bürgermeister Dr. Thomas Gans (SPD) den Jugendlichen. „Einen großen Dank, dass ihr das gemacht habt.“

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