München. Vor 35 Jahren begann in München die Karriere von Milli Vanilli - wenige Jahre danach endete sie mit dem wohl größten Betrugsskandal der Musikgeschichte.

Sein Film über die 1980er-Jahre-Erfolgsband Milli Vanilli passt nach Ansicht von Regisseur Simon Verhoeven gut in die heutige Zeit. „Dieses Thema, berühmt werden um jeden Preis, ist ein aktuelles Thema“, sagte der 51-Jährige am Montag bei der Weltpremiere seines Films „Girl You Know It's True“ in München. „Der Film stellt sehr viele interessante Fragen über unsere Zeit“, sagte er auch in Hinblick auf das Influencer-Phänomen.

Verhoevens Film erzählt von dem einstigen Erfolgsduo Milli Vanilli - und dem wohl größten Betrugsskandal in der Musikgeschichte. Als Anfang der 1990er Jahre bekannt wurde dass Robert „Rob“ Pilatus und Fabrice „Fab“ Morvan ihre Hits wie „I'm Gonna Miss You“ nie selbst gesungen, sondern die Lippen nur zu den Stimmen anderer bewegt hatten, ging ein Aufschrei durch die Musikwelt.

Rauschhafter Aufstieg, gnadenloser Fall

Verhoeven erzählt in seinem Film von den Anfängen der beiden Freunde „Rob“ und „Fab“ als Tänzer in Münchner Clubs, von ihrem kometenhaften Aufstieg, dem rauschhaften Erfolg und harten Aufprall auf dem Boden der Tatsachen. Eine Achterbahnfahrt sei das, sagte er.

„Fab“, der als Gast zur Weltpremiere nach München gekommen war, im echten Leben heute als Sänger und Songschreiber arbeitet und vier Kinder hat, wird im Film gespielt von Elan Ben Ali; sein Freund „Rob“, der schon 1998 starb und in München bestattet wurde, von Tijan Njie. Matthias Schweighöfer spielt Frank Farian. Der Film soll am 21. Dezember in die Kinos kommen.

Verhoeven, der „Rob“ und „Fab“ nach eigenen Angaben als Teenager schon im Münchner P1 hatte tanzen sehen, bevor sie Superstars wurden, hat seinen großen Film auch zum Anlass genommen für eine Hommage an seine berühmte Mutter Senta Berger.

Trailer In einer Szene, in der die Milli-Vanilli-Stars in einer Bar sitzen, die zahlreichen Hollywood-Stars mit Bildern an der Wand huldigen, ist auch die junge Schauspielerin Berger zu sehen. „Es sollte eine Hommage sein“, sagte Verhoeven. „Weil sie ja auch mal in Hollywood war.“