Berlin. Überraschende Entscheidungen, eine klare Favoritin und eine geschäftstüchtige Shirin David: Das war das Halbfinale von „The Voice“.

So groß die Attitüde noch in den ersten Runden gewesen ist, so klein war am Freitagabend sein Team: Mit nur einem Talent zog Giovanni Zarella ins Halbfinale bei „The Voice of Germany“ ein. „Hast du das Trauma überwinden können?“, fragte Moderatorin Melissa Khalaj nach. Schließlich hatte er acht von neun Talenten in der vergangenen Runde verloren. Er sei es gewohnt, der Underdog zu sein. „Aber das war schon hart!“, gab er zu.

Ganz im Gegensatz dazu „Team Toll“ von Bill und Tom Kaulitz, das mit fünf Talenten am stärksten im Halbfinale vertreten war: „Was habt ihr, was Giovanni nicht hat?“, fragte Moderator Thore Schölermann. Offenbar waren die beiden auf Friedenskurs. „Nicht gemein sein!“, antwortete Bill Kaulitz. Es sei jedoch nicht schlimm, wenn alle fünf aus seinem Team alleine im Finale stünden.

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Gewinner von „The Voice Rap“ trifft auf Halbfinalisten

Denn: Im Finale von The Voice dürfen nur fünf Talente gegeneinander antreten. Und dafür musste am Freitag ordentlich ausgesiebt werden: 12 Sängerinnen und Sänger, die sich bei den neu eingeführten „Team Fights“ durchgesetzt hatten, sowie der Gewinner von „The Voice Rap“ mit seinem Coach Kool Savas, traten gegeneinander an. Bis zum Halbfinale hatte dieser Wettbewerb ausschließlich online stattgefunden.

Allein die Stimmen der Zuschauerinnen und Zuschauer sollten über das Weiterkommen entscheiden. Die Abstimmung war bereits von Show-Beginn zur Prime Time geöffnet. Ob das Nachteile für die letzten Auftretenden hat? Offenbar nicht. Denn die letzte Kandidatin Malou Lovis Kreyelkamp sicherte dem „Team Toll“ das Finalticket.

Dabei war die Songauswahl überhaupt nicht überraschend: Mit „People Help The People“ sang die 24-Jährige einen Song, der so erwartbar wie passend war. Wie eine Eiskönigin, im silbernen Zweiteiler stand sie auf der Bühne, um sie herum ein ausladendes Bühnenbild, das den Eindruck erweckte, sie würde zwischen Eisfelsen stehen.

Favoritin für den „The Voice“-Titel:

Mit ihrem nahezu perfekten Auftritt bestätigte die Kölnerin ihre Rolle als Favoritin des Wettbewerbs. Unterstützt von einer großen Gruppe Fans, die sie nicht nur laut anfeuerten, sondern alle auch eine Mütze trugen. „Das war die Mütze, die du beim ersten Auftritt hattest“, fiel Jurorin Shirin David auf. Damit habe sie doch schon jetzt perfekten Verkaufsartikel, sagte Moderator Thore Schölermann, „20 Prozent an mich!“.

Damit griff er ein fragliches Angebot von Shirin David an Rapper Kool Savas auf. Nach dem Auftritt von ihrem Teammitglied Finja Bernau fragte sie diesen nämlich, ob er nicht immer nach besonderen Stimmen für eine Zusammenarbeit suchen würde. Denn eine besondere Stimme hat die 21-Jährige, die an diesem Abend eine eigene Interpretation von „Lila Wolken“ sang, zweifelsohne.

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Kool Savas möchte mit Halbfinalistin Finja zusammenarbeiten

Der reagierte sofort: „Offizieller Antrag: Das wäre für mich eine Ehre. Ich würde so gerne mit dir Musik machen! Wenn wir ins Studio gehen könnten – weil, irgendwann liest sie ihre ‚DMs‘ nicht mehr!“ Darauf reagierte Shirin David direkt. Sie erwarte eine Beteiligung von 20 Prozent. „Ich habe die Verträge schon mal vorbereitet“, konterte Moderatorin Melissa Khalaj.

So mitreißend ihr Auftritt und auch die Geschichte, als Einer-Buzzer ins Halbfinale zu kommen, sind, für das Finale reichte es dennoch nicht. Neben Malou Lovis Kreyelkamp werden Egon Herrnleben sowie Emely Myles für Team Ronan am 8. Dezember antreten. Damit schafft es Ronan Keating, beide Talente aus dem Halbfinale mit in die nächste Runde zu nehmen.

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„The Voice“: Die eigentlichen Verlierer des Halbfinales stehen fest

Obwohl Team Toll fünf und Team Shirin vier Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen geschickt hatten, schaffte es davon jeweils nur ein Talent ins Finale. Ein sehr überraschendes Ergebnis. Für Shirin David wird das Joy Esquivias sein, die mit ihrer Interpretation von „Grenade“ einen „Moment der Dankbarkeit“ bei Giovanni Zarella auslöste, dass er Teil der „besten Musikshow Deutschlands sein darf“.

Sein einziges Talent, Desirey Sarpong Agyemang, schaffte es mit „Fallin‘“ von Alicia Keys, sich das Finalticket zu sichern, sodass alle Teams vertreten sein werden – mit Ausnahme vom „Team Rap“. Was wirklich bedauernswert ist, denn Kandidat Leon „Ezo“ Weick nicht nur ein talentierter Rapper, sondern auch ausgestattet mit einem besonderen Timbre.

Neben den fünf Talenten und ihren Coaches werden in Finale auch James Blunt, Joy Denalane, Giant Rooks, Emeli Sandé sowie die ehemaligen Coaches Nico Santos und Rea Garvey auftreten.