Erlangen. Buchpreisträger Tonio Schachinger besucht eine WG in Erlangen - für eine Lesung im Keller. Auch andere junge Literaten kann man bei dem Festival „Book:ed“ in Wohnzimmern und Küchen ganz nah erleben.

WG-Keller statt Saal mit großem Publikum: Den frisch gekührten Buchpreisträger Tonio Schachinger verschlägt es an einen eher ungewöhnlichen Ort. Im Keller einer Wohngemeinschaft in Erlangen wird er aus seinem ausgezeichneten Roman „Echtzeitalter“ lesen - ein echter Glücksfall für das Literaturfestival „Book:ed“. „Er war lange vor der Buchpreisverleihung eingeladen“, sagt Organisator Philip Krömer. Dass der österreichische Autor den renommierten Preis erhalte, sei da noch überhaupt nicht absehbar gewesen.

Gerade mal 30 Leute passen in den WG-Keller, sagt Krömer. Die Tickets für die Lesung am Samstag seien bereits ausverkauft. Das Team habe kurz überlegt, die Veranstaltung zu verlegen, damit mehr Leute dem 31-jährigen Schachinger zuhören können. Doch dann habe man sich dagegen entschieden, um dem Konzept des Festivals treu zu bleiben. „Book:ed“ holt junge Autorinnen und Autoren in Wohnzimmer, Partykeller und WG-Küchen, wo diese in privater Atmosphäre aus ihren Neuerscheinungen lesen.

Von Freitag bis Samstag stehen vier Doppel- und zwei Einzellesungen auf dem Programm. Dabei ist auch der Schriftsteller Tomer Dotan-Dreyfus, dessen Debütroman „Birobidschan“ auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2023 stand. Schachinger hatte die Auszeichnung am 16. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse bekommen. Diese gilt als eine der wichtigsten der Branche.