Waldbrand bei Schierke

Waldbrand am Brocken wurde erfolgreich gelöscht – Brandwache

| Lesedauer: 6 Minuten
Gefahr im Harz: Waldbrand am Brocken ausgebrochen

Gefahr im Harz- Waldbrand am Brocken ausgebrochen

In Schierke am Brocken ist am Donnerstag (11.8.) ein Waldbrand ausgebrochen. 13 Hektar sind betroffen.

Beschreibung anzeigen

Schierke.  In Schierke am Brocken ist am Donnerstag ein Waldbrand ausgebrochen. Am Sonntag meldet die Feuerwehr: „Feuer aus“. Eine Brandwache bleibt aber noch.

Der Waldbrand am Brocken, dem höchsten Berg im Harz, ist gelöscht. Wie die Stadt Wernigerode am Sonntagmorgen mitteilt, konnte am frühen Sonntagmorgen „Feuer aus“ verkündet werden. In der Nacht waren laut Stadt noch rund 32 Einsatzkräfte und 10 Fahrzeuge von Feuerwehr und THW im Einsatzgebiet tätig.

Die Brandsicherheitswache wurde damit an den Nationalpark Harz übergeben und wird bis mindestens Montagabend andauern. Die örtlichen Feuerwehren sind auch weiterhin im Einsatz – allerdings für Aufräumarbeiten.

Vier Löschhubschrauber bei Waldbrand am Brocken im Harz im Einsatz

Noch am Freitag sah die Lage ganz anders aus. Alle paar Minuten tauchte ein Löschhubschrauber über der Mandelholztalsperre im Harz auf und nahm für die Bekämpfung des Großbrandes im Nationalpark Harz Wasser auf. Insgesamt vier Hubschrauber unterstützten am Freitag die zahlreichen Einsatzkräfte der Feuerwehr, die bei sommerlichen Temperaturen am Boden gegen das Feuer am Brocken nahe Schierke kämpften. Die Hilfe aus der Luft war bitter nötig.

In der Nacht hatten sich die Feuerwehren zunächst zurückziehen müssen, Wind hatte die Brandentwicklung begünstigt. Insgesamt seien bis Freitagmorgen bereits 500 Feuerwehrkräfte aus dem Harzkreis und den umliegenden Landkreisen im Einsatz gewesen, wie die Feuerwehr Wernigerode bekannt gab. Nachmittags seien 300 Feuerwehrleute am Brocken im Einsatz.

Der Waldbrand war bereits am Freitag vorerst räumlich unter Kontrolle, es waren zu diesem Zeitpunkt keine bestimmten Orte direkt gefährdet. In Schierke selbst wurde die touristische Infrastruktur aufrecht erhalten: Touristen konnten anreisen und auch abfahren, sagte der Bürgermeister der Stadt Wernigerode, Tobias Kascha (SPD). Kascha sowie Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse appellierten wiederum an die Bevölkerung, die Waldgebiete nicht zu betreten.

Löscharbeiten gehen am Samstag weiter

Die Löscharbeiten wurden dann am Samstag fortgesetzt. Die Situation war da bereits derzeit gut kontrollierbar, teilte eine Sprecherin der Stadt Wernigerode am Samstag mit. Im Brandgebiet befinden sich noch vereinzelte Glutnester und glimmende Bäume. Insgesamt waren am Samstagmorgen etwa 90 Kräfte aus Wernigerode, dem Fachdienst Börde und dem Technischen Hilfswerk im Einsatz. Ein Hubschrauber der Bundeswehr unterstützte den Einsatz auch am Samstag.

Nach letzten Erkenntnissen sei etwa eine Fläche von 13 Hektar betroffen, teilte der Landkreis Harz am Freitag mit. Das entspricht einer Fläche von mehr als 18 Fußballfeldern. Zunächst war von einer noch größeren Fläche die Rede – die Zahl wurde aber nach unten korrigiert.

Mehr lesen: Mehr Waldbrände – Warum wir an einem Pulverfass leben

Waldbrand brach Donnerstagnachmittag auf Brocken-Südseite aus

Der Waldbrand war am Donnerstagnachmittag auf der Südseite des Brockens an den Gleisen der Harzer-Schmalspurbahn ausgebrochen. Mehrere kleinere Brände hätten sich im Laufe des Donnerstags zu einem Großbrand vereinigt, wie Einsatzleiter Marco Söchting auf einer Pressekonferenz der Stadt Wernigerode am Freitagmorgen mitteilte – auch wegen Aufwinden habe sich das Feuer schnell fortlaufend weiterbewegt. Warum und wo genau das Feuer ausbrach, war bis Freitag unklar.

Jerry Grunau, stellvertretender Stadtwehrleiter aus Wernigerode, schilderte die Lage in der Nacht: „Wir konnten kaum löschen, weil wir gar nicht an das Feuer herankamen.“ Totholz und das unwegsame Gelände hätten die Löscharbeiten erschwert. Stellenweise vier bis fünf Meter hohe Totholz-Bäume bildeten eine akute Gefahr. „Es gibt Bereiche, in die können wir fußläufig nicht rein“, sagt Söchting. Die Gefahr, dass die brennenden Baumwipfel der Bäume abbrächen, sei stellenweise zu groß.

Um das Brandgebiet herum wurden baumhohe Schneisen geschlagen, das Feuer wurde vor allem vom Rand aus bekämpft. Am Freitag kamen dann ein Hubschrauber der Bundeswehr, zwei der Bundespolizei und einer eines Privatunternehmens, beauftragt vom niedersächsischen Innenministerium.

Hätten die Löschhubschrauber schon früher anrücken müssen?

Aus der Sicht der Einsatzkräfte und des Landkreises Harz hätte der Einsatz von Hubschraubern schon viel früher beginnen müssen. Zunächst habe man aus nicht bekannten Gründen auf Luftunterstützung verzichten müssen, sagte der Kreisbrandleiter des Landkreises, Kai-Uwe Lohse. Das hätte aus seiner Sicht zumindest die Ausbreitung, wie sie momentan erfolgt ist, minimiert. Seit einiger Zeit wird in Sachsen-Anhalt über die Anschaffung von Löschhubschraubern und -flugzeugen diskutiert.

Man habe die Situation des Waldbrandes in Sachsen vor Augen, sagte Landrat Thomas Balcerowski (CDU). Es müsse vermieden werden, dass auch unterirdische Brände weiter Nahrung finden. Ein ähnliches „Flammeninferno“ wie in Sachsen gelte es, in den nächsten Tagen zu verhindern.

Der Wernigeroder Bürgermeister Tobias Kascha dankte den Einsatzkräften, aber auch Privatleuten vor Ort, die Wasser für die Feuerwehr bereit stellten. Er dankte ebenfalls den Forstarbeitern des Nationalparks Harz, die ebenfalls mit schweren Harvestern und Rückefahrzeugen helfen würden, der Feuerwehr den Zugang zu den Brandstellen zu ermöglichen. Trotz der gefährlichen Lage gebe es bis jetzt keine Verletzten.

Deutscher Wetterdienst gibt Warnung vor Waldbränden heraus

Für Freitag hatte der Deutsche Wetterdienst bereits eine Warnung vor Waldbränden im Harz herausgegeben. Der sogenannte Waldbrandgefahrenindex liegt derzeit bei Stufe 4 von 5. Polizei und Feuerwehr warnen, dass schon achtlos weggeworfene Zigaretten ausreichen können, um trockene Böden zu entzünden.

Der Waldbrand sei derzeit gut kontrollierbar, teilte eine Sprecherin der Stadt Wernigerode am Samstagvormittag mit. Eine Seite sei bereits gelöscht.Im Brandgebiet befinden sich demnach noch vereinzelte Glutnester und glimmende Bäume. Dies betreffe die östliche Seite. Die westliche Seite des Feuers Richtung Schierke sei gelöscht, hieß es. Neben den Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk soll auch ein Löschhubschrauber der Bundeswehr heute wieder zum Einsatz kommen. Gut 90 Kräfte waren am Vormittag mit den Löscharbeiten beschäftigt. Geplant werde mit insgesamt 100 Einsatzkräften bis in die Abendstunden, sagte die Sprecherin. Für die Nacht sei die Einrichtung einer Brandsicherheitswache vorgesehen. In der Nacht zu Sonnabend war noch etwa ein Bereich von sieben Hektar betroffen. Die Ursache des Feuers ist noch ungeklärt. Die ursprüngliche Brandstelle liegt laut Feuerwehr an einer Bahnschiene.