Berlin. Eskalation im Roten Meer: Als Reaktion auf den Gaza-Krieg bedrohen Huthi-Rebellen Handelsschiffe und attackieren ein US-Kriegsschiff.

Seit im Gazastreifen Krieg herrscht, werden Israel und die USA von proiranischen Kräften angegriffen, die auf der Seite der Hamas stehen. Ein Beispiel sind die Huthi-Rebellen im Jemen. Sie attackieren beide Staaten, wie und wo sie nur können, zumeist vor der eigenen Küste: im Roten Meer. Das Ziel sind Handelsschiffe mit einem Israel-Bezug sowie US-amerikanische Kriegsschiffe.

Ein paar Schlagzeilen aus den US-Medien in den letzten drei Wochen: „Kriegsschiff der US-Marine schießt Drohne aus dem Jemen über dem Roten Meer ab“, „Jemens Huthi-Rebellen kapern ein mit Israel verbundenes Schiff im Roten Meer“, „Ein Kriegsschiff der US-Marine schießt eine von Huthi aus dem Jemen gestartete Drohen ab“ und „Drei Handelsschiffe werden bei Huthi-Angriff im Roten Meer von Raketen getroffen“. Die letzte Meldung ist von heute.

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Die Kernkompetenz der USS „Carney“: Raketenabwehr

Im Brennpunkt: Die USS „Carney“, ein 30 Jahre alter Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse. Die „Carney“, momentaner Heimathafen ist Rota in Andalusien, begleitet Handelsschiffe und ist auf Raketenabwehr spezialisiert. In normalen Zeiten ist sie Teil des strategischen Raketenabwehrschilds der Nato im Mittelmeerraum.

Das Schiff ist mit einem SeaRAM-Abwehrsystem ausgestattet. Es kann Raketen und Drohnen im Nahbereich abfangen. Im Klartext: mit Flugkörpern abschießen. Zudem verfügt das Schiff über eine Senkrechtstartanlage für Flugkörper. Ganz zu schweigen von den Torpedowerfern und Geschützen an Bord. Der frühere Admiral James George Stavridis, der bis 2013 mehrere Kommandos in Europa anführte, stellte zuletzt auf X (ehemals Twitter) ein Video über das Verteidigungssystem ein.

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Einsatzalltag: Am Sonntag (US-amerikanischer Zeit) hatte laut Pentagon die „Carney“ drei Drohnenangriffe auf das Schiff abgewehrt. Dazu bemerkte es eine Rakete, die von einem von den Huthi kontrollierten Gebiet im Jemen abgefeuert wurde und nach US-Angaben nahe dem unter Flagge der Bahamas fahrenden Frachter „Unity Explorer“ eingeschlagen sei. Zwei weitere zivile Schiffe meldeten ebenfalls leichte Schäden, die „Number 9“ und die „Sophie II“.

Admiral Lisa Franchetti zeigt Stärke

Der Zweck solcher Angriff ist, Unsicherheit zu schüren. Jeder Angriff ist zugleich ein Test der Reaktionsgeschwindigkeit der USS „Carney“ und finanziell ein Ärgernis. Denn sie reagiert mit teuren Waffensystemen auf teils primitive Raketen und Drohnen. Mit einem Wort: Nadelstiche. Teure Nadelstiche.

Im Visier der Huthi-Rebellen: die USS „Carney“.
Im Visier der Huthi-Rebellen: die USS „Carney“. © DPA Images | Mass Communication Specialist 1s

Militärisch wird die USS „Carney“ mit ihnen leicht fertig. Andernfalls wäre Verstärkung schnell zur Stelle. Nach Kriegsbeginn entsandte die US-Marine gleich zwei Flugzeugträger in die Krisenregion. Die USS „Gerald Ford“ patrouilliert im Mittelmeer und die USS „Dwight D. Eisenhower“ im Persischen Golf. Die US-Amerikaner sehen sich zu einem aufwendigen Einsatz gezwungen.

Lesen Sie dazu: Zur Warnung vor Irans Küste? US-Flugzeugträger „Eisenhower“

Die USA sind eine Seemacht. Allein die Navy hat fast doppelt so viele Matrosen – rund 340.000 – wie die Bundeswehr insgesamt Soldaten. Admiral Lisa Franchetti, erste Frau an der Spitze der US-Marine, kann auf annähernd 300 Kriegsschiffe zurückgreifen. Im aktuellen Konflikt demonstriert sie vor allem eines: Stärke durch Präsenz.