Proteste

Klinik-Streik: Helios und Verdi sind sich weiter uneinig

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Auch das Krankenhaus in Herzberg gehört zum Helios-Konzern.

Auch das Krankenhaus in Herzberg gehört zum Helios-Konzern.

Foto: Daniel Schwarz / Hk-Symbol

Herzberg.  Nachdem die dritte Verhandlungsrunde über eine Lohnerhöhung gescheitert ist, werfen sich Helios und Verdi gegenseitig Realitätsverlust vor.

Nachdem es auch in der dritten Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Helios-Konzern keine Annäherung gegeben hat, wirft der Klinikbetreiber den gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten angesichts ihrer Forderung von 15 Prozent Lohnerhöhung und einer Corona-Prämie von 1.500 Euro „Realitätsverlust“ vor.

„Wir können nicht erkennen, dass Verdi ernsthaft verhandeln will. Die geforderten Tarifanpassungen sind utopisch und lassen jeglichen Realitätssinn vermissen“, sagt Regionalgeschäftsführer Reiner Micholka Region West, verantwortlich für drei von acht niedersächsischen Helios-Kliniken.

Helios: Es gibt hier keine riesigen Spielräume

„Unseren Mitarbeitern soll vorgegaukelt werden, dass es hier riesige Spielräume gibt. Das ist schlichtweg falsch“, so Franzel Simon, Regionalgeschäftsführer Region Nord und verantwortlich für die anderen fünf Kliniken in Niedersachsen.

Helios sei mit einem fairen Angebot in die Verhandlungen gegangen: 4,6 Prozent mehr Gehalt für die nächsten zwei Jahre. Hinzu kämen Angebote zu einer Corona-Zahlung, der Pflegezulage und im Bereich der Jahressonderzahlung.

Verdi: Helios hat Bezug zu Beschäftigten verloren

Julia Niekamp, Verdi-Verhandlungsführerin: „In Zeiten massiv erhöhter Lebenshaltungskosten Klinikbeschäftigten eine Lohnerhöhung von 2,3 Prozent in diesem Jahr und nochmals 2,3 Prozent im nächsten Jahr angemessen andrehen zu wollen – das ist Realitätsverlust. Der Konzern versteht wohl nicht, dass seine eigenen Beschäftigten es sind, die der Überzeugung sind, dass ihnen mehr Geld für ihre verantwortungsvolle Arbeit zusteht.“

Helios habe wohl „den Bezug zu den Beschäftigten verloren“, so Niekamp.

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„Natürlich sind wir in Tarifrunden immer bestrebt, uns zu einigen, und am Schluss steht ein Kompromiss“, so Niekamp. Auch beide Helios-Regionalgeschäftsführer bekunden ihre Bereitschaft, eine angemessene Lohnsteigerung mitzutragen.

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