Glasner: Camacho ist die „erfreulichste Geschichte“

Wolfsburg.  Der Mittelfeldspieler des VfL Wolfsburg mischt nach langer Verletzungspause im Kleingruppentraining mit. „Das ist prädestiniert für ihn.“

Ignacio Camacho arbeitet schon seit Monaten an seinem Comeback. Den Spanier plagen Knöchelprobleme. 

Ignacio Camacho arbeitet schon seit Monaten an seinem Comeback. Den Spanier plagen Knöchelprobleme. 

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Für Oliver Glasner ist sie die „erfreulichste Geschichte“ in diesen unerfreulichen Tagen. Der langzeitverletzte Ignacio Camacho, 29 Jahre alter Mittelfeldspieler des VfL Wolfsburg, macht derzeit weite Teile des Kleingruppentrainings des Bundesligisten mit. „Die Übungsformen ohne Körperkontakt sind wie prädestiniert für ihn“, sagt der 45 Jahre alte VfL-Coach über Camacho, dessen Karrierefortgang am seidenen Faden hängt.

Für die anderen Kicker des Teams, die in den vergangenen 18 Monaten Partie um Partie gespielt sowie Trainingseinheit um Trainingseinheit absolviert haben, dürfte es im Kleingruppentraining nur selten an die Belastungsgrenze gehen. Sie haben sich durch die vielen Stunden im Kraftraum einen soliden physischen Panzer zugelegt und ihre fußballerischen Fähigkeiten gezielt bearbeitet. Wer zuvor schwach mit dem linken Fuß schoss, konnte darauf in den vergangenen Wochen ein besonderes Augenmerk legen. Nur: Als Mannschaft konnte sich der VfL wie alle anderen durch die Corona-Pandemie in ihrem Training beeinträchtigten Klubs nicht verbessern. Nur individuell. Und da schlägt die Stunde der Rekonvaleszenten.

Weil die Teams normalerweise in diesen Tagen auf die Ziellinie der Saison einbögen, läge der Fokus auf den elf, 13 oder 15 Spielern, die auch eingesetzt würden in den noch ausstehenden Partien. Auf Verletzte würde jetzt keine Rücksicht genommen. Doch: Das Corona-Virus hat der Spielzeit einen Bremsklotz in den Weg gelegt. Wann es weitergeht? Unklar. Wahrscheinlich Mitte Mai. Aber noch ist nur Kleingruppentraining erlaubt, in dem ohne Zweikämpfe geübt wird; in dem technische Fertigkeiten geschliffen werden; und in dem der Fokus auf den Einzelnen liegt. Camacho etwa.

Der hat sein letztes Pflichtspiel für den VfL im September 2018 absolviert bei einem 2:2 gegen Mönchengladbach. Jörg Schmadtke nannte den Spanier danach den „Spiritus Rector“, den Kopf des Teams. Doch dann riss Camacho ein Adduktoren-Muskel. Und weil er damit ohnehin wochenlang ausfiel, schaute man sich bei der Gelegenheit nochmal sein malades Sprunggelenk an. Und seitdem hat Camacho kein Pflichtspiel mehr bestreiten können. Nach einer Operation und neun Monaten Pause wagte er im Sommer unter Glasner sein Comeback im Test gegen Rostock. Er spielte, doch sein Sprunggelenk reagierte auf die Belastung. Wieder war er raus. Der VfL ließ ihn die Reha in seiner spanischen Heimat absolvieren. Erst seit ein paar Wochen ist Camacho wieder in Wolfsburg. „Er genießt das Gefühl, wieder hier zu sein nach langen Monaten in Spanien“, sagt Glasner.

Camacho, der nächste Woche seinen 30. Geburtstag feiert, ist zurück im Training. Schritt für Schritt kommt er seinem Comeback näher. Nicht nur für den VfL-Trainer ist das „die erfreulichste Geschichte“ dieser Zeit.

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