Corona und Ostern: Vorsicht als Gebot der Stunde

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Als Zeichen für die Osterbotschaft wurden in Dorste Osterkerzen auf der Kirchenmauer aufgestellt.

Als Zeichen für die Osterbotschaft wurden in Dorste Osterkerzen auf der Kirchenmauer aufgestellt.

Foto: Privat / khl

Osterode.  Der Kirchenkreis Harzer Land blickt zurück auf das Osterfest 2021. Das wurde eher zurückhaltend gefeiert.

Ostern wurde im Kirchenkreis Harzer Land eher zurückhaltend gefeiert. Es gab einige Gottesdienste mit begrenzter Teilnehmerzahl, zahlreiche Onlineangebote und durchaus kreative Ideen, vor allem aber wurde Rücksicht genommen auf die geltenden Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen in der Pandemie, weil Vorsicht nun mal das Gebot der Stunde ist. Zudem sorgte die Politik im Vorfeld für viel Verunsicherung, welche Regelungen denn nun über die Feiertage gelten, was die Planungen für die Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gemeinden natürlich erschwerte. Daher blieb es manchmal bei ganz einfachen Symbolen. Das berichtete der Kirchenkreis unserer Zeitung am Wochenende.

So wurden in Dorste von Pastor Stefan Schmidt und dem Kirchenvorstand Osterkerzen auf der Kirchenmauer aufgestellt, ein kleines, aber dennoch deutliches Zeichen für die Osterbotschaft. Die Jugendkirche der Bäderregion beispielsweise hatte Kreuzwegstationen aus Klemmbausteinen gebaut, fotografiert und diese Bilder in Bad Lauterberg und Bad Sachsa für alle zugänglich gemacht, in Osterode sorgte etwa der Meditationsweg im Kirchgarten von St. Marien für Denkanstöße, ohne dabei auf einen größeren Festgottesdienst angewiesen zu sein.

Pastor Habeck verabschiedet

Einen Gottesdienst mit Publikum gab es in Lindau, wo Pastor Sebastian Habeck verabschiedet wurde. Hier wurde in der Kirche gefeiert, der Gottesdienst aber auch ins Gemeindehaus sowie ins Internet übertragen. In seiner letzten Predigt im Kirchenkreis ging Pastor Habeck auch auf die besondere Situation ein. „Glaubt ihr an die Auferstehung? Dass ihr auferstehen werdet?“, fragte er die Gemeinde. Schon damals an Jesu Grab wurde gezweifelt, einige hatten sogar zunächst Angst. Ist ja schließlich auch eine verrückte Geschichte, dass der Tod nicht endgültig sein soll. Dennoch ist es Wirklichkeit und so wurde Ostern schließlich für die Gläubigen ein Grund zum Feiern. Durchaus ähnlich sieht er es heute. Im Moment liegt das kirchliche Leben in vielen Dingen brach, ehrlich gesagt auch schon vor Corona. Doch ist er fest davon überzeugt, dass auch eine Auferstehung der Kirche möglich ist, wenn er sieht, dass sich plötzlich auch jüngere Menschen wieder für die Kirche interessieren, wenn Onlineangebote so gut angenommen werden. Tatsächlich ist es ja so, dass manche Videogottesdienste mehrere hundert Klicks haben, das sind auf jeden Fall mehr Menschen als in die Kirche gekommen wären.

So verbreitete Sebastian Habeck an diesem Tag Hoffnung, machte deutlich, dass sich die Krise auch als Chance begreifen lässt. Das habe ihn die Erfahrung der letzten Zeit gelehrt. „Ja ich glaube, dass Jesus auferstanden ist“, schloss er, „und ich glaube, dass die Kirche zu neuem Leben erwacht.“ Sicher, manche beklagen sich, die Kirche sei zu vorsichtig, müsse vielleicht sogar hart mit politischen Entscheidungen ins Gericht gehen. Doch die meisten zeigten sich mit der Haltung ihrer Gemeinden und den Angeboten zu Ostern deutlich zufrieden. Viele Ideen kamen gut an und auch die Vorsicht, das bedachte Handeln sehen die meisten im Nachhinein als richtig an.

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