Hohe Nachfrage, wenig Termine: Fahrschüler sind frustriert

Osterode.  In der Corona-Krise steigen die Anfragen für die Fahrschulausbildung massiv an, doch die Kapazitäten sind begrenzt.

Fahrschüler haben es derzeit schwer. 

Fahrschüler haben es derzeit schwer. 

Foto: Veranstalter

Viele Fahrschüler zeigen sich frustriert hinsichtlich der mangelnden Kapazitäten in den Ausbildungs - und Prüfbetrieben . „Zwar sind die Fahrschulen im Unterschied zum Frühjahr von den jüngsten Corona-Maßnahmen ausgeschlossen, doch die Branche laboriert noch immer an den Folgen des ersten Lockdowns . Angesichts des seit Wochen rasant ansteigenden Infektionsgeschehens gelten deutschlandweit zunächst für den gesamten November erneut erhebliche Einschränkungen“, informiert der Osteroder Fahrlehrer Michael Ernst.

Nachfrage übersteigt die Kapazitäten

Restaurants, Kinos, Sport- und Kulturbetriebe bleiben geschlossen, viele Unternehmen können den Betrieb nur in stark reduzierter Form aufrechterhalten. Im Unterschied zum Frühjahr sind Fahrschulen nicht unmittelbar von den erlassenen Maßnahmen betroffen. Ernst: „Kein Wunder also, dass viele Fahrschüler in Anbetracht von Kontaktsperren und des Wegfalls von Freizeitangeboten die Gelegenheit nutzen und zumindest ihre Führerscheinausbildung zügig vorantreiben möchten. Doch die Fahrschulen können der rapide steigenden Nachfrage kaum noch gerecht werden.“

Michael Ernst kann die Frustration seitens Fahrschülern und Eltern angesichts schleppender Terminvergaben gut nachvollziehen: „Auch uns schmerzt es immens, unserem eigentlichen Auftrag einer kompakten und flexiblen Ausbildung zurzeit nur bedingt nachkommen zu können. So sehr wir um möglichst reibungslose Abläufe unter diesen Umständen bemüht sind, können wir den Ausbildungsbetrieb bei hinreichendem Gesundheitsschutz nur eingeschränkt aufrechterhalten.“

Fahrlehrer sind enttäuscht von der Politik

Die Gründe und Ursachen dafür sind vielfältig. Zum einen leiden nahezu alle Fahrschulen in Deutschland noch immer unter den Nachwirkungen des ersten Lockdowns: „Als nicht systemrelevant eingestuft und von Politik und Verwaltung weitestgehend im Stich gelassen, wurde der Betrieb von Mitte März bis Anfang Juni vollständig eingestellt, nicht einmal die Büros durften besetzt werden. Der sich im Frühjahr gebildete Rückstau hält bis heute an, viele der sich damals in Ausbildung befindlichen Fahrschüler haben nach der Zwangspause zusätzliche Fahrstunden zur Auffrischung in Anspruch genommen.“

Gleichzeitig hat die Entwicklung konformer Abstands- und Hygienekonzepte in den Fahrschulen Kräfte gebunden – mit teils ernüchternden Ergebnissen: „Unter Einhaltung geltender Bestimmungen schrumpft die im Theorieunterricht zulässige Schülerzahl um bis zu 50 Prozent des normalen Niveaus ,“ sagt Michael Ernst.

Auch die Prüfstellen sind überlastet

Die Mitarbeiter in den staatlichen Prüfstellen stehen indes vor denselben Herausforderungen : Personelle Engpässe, Hygienevorschriften und fehlende Planungssicherheit führen auch hier zu einer Verzögerung in den Abläufen, stellenweise war die geordnete Vergabe von Prüfungsterminen kaum noch möglich. Michael Ernst ist angesichts der angespannten Situation dennoch um Zuversicht bemüht: „Auch wenn es zuweilen schwerfällt, sind in dieser schwierigen Zeit Geduld und Verständnis gefragt.

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