Osterode. Die Stiftung für Menschen mit Behinderungen unterstützt eine Modernisierung des Snoezelbereichs bei Harz-Weser.

Die Tagesförderstätte der Harz-Weser-Werke am Werkstattstandort Osterode freuen sich über eine finanzielle Unterstützung. „Eine der wenigen positiven Aspekte des Coronavirus ist hier zu sehen“, sagt Werkstattleiter Karsten Dannenberg und deutet mit einer einladenden Geste in den Bereich der Tagesförderstätte der Werkstatt Osterode.

„Wir haben den Großteil des Bereichs in Zeiten der Schließung renovieren können. Umso glücklicher sind wir über die finanzielle Förderung durch die Stiftung für Menschen mit Behinderung Harz-Weser“, erklärt er weiter. Jana Kürbis, stellvertretende Werkstattleitung, schließt an: „Im Zuge der Renovierungen sollte auch der Snoezelbereich einen neuen Anstrich bekommen und mit einer neuen Ausstattung versehen werden. Die besondere Ausstattung des Snoezelbereichs sollte aktuellen, therapeutischen Ansätzen entsprechen und so allen Beschäftigten auf die verschiedensten Weisen einen Mehrwert bieten. Das ist uns hier sehr gut gelungen.“

Aufenthalt im Weißraum

Gespannt betreten Ditmar Hartmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, und Rüdiger Ernsting, stellvertretender Vorsitzender, den sogenannten Weißraum, der in angenehmen Farben funkelt. Leises Wasserblubbern ist zu hören, und auch die verschiedensten Farb- und Lichtspiele erzeugen eine angenehme Atmosphäre im Snoezelraum. Mit dem Wort „Snoezeln“ wird der Aufenthalt in einem sogenannten Weißraum beschrieben, der gemütlich gestaltet ist, zum Sitzen oder Liegen – umgeben von Lichteffekten und auch Klängen – einlädt.

Je nach Besucher und dessen Bedarf wird eine Kombination des Angebots gezielt ausgewählt. Es dient beispielsweise therapeutischen Zwecken, wird aber auch zur Förderung von Fähigkeiten eingesetzt. Im Weißraum, in dem verschiedenste Farb- und Lichtelemente, aber auch Musik installiert ist, werden diverse Sinnesempfindungen angesprochen. Ein Aufenthalt kann, so die Werkstätten, sowohl beruhigend als auch aktivierend wirken sowie unter anderem Wohlbefinden erzeugen, Ängste nehmen und Geborgenheit vermitteln.

Im neuen Snoezelraum der Tagesförderstätte Osterode findet man jetzt neben Projektor und Musikanlage auch Wassersäulen, unterschiedliche Lichtquellen sowie eine Spiegelkugel, bequeme Sitz- und Liegeflächen und einen sogenannten „Himmel“ als Deckenmontage. In den Tagesförderstätten der Harz-Weser-Werke werden Menschen unterstützt, die wegen der Art und Schwere ihrer Beeinträchtigung nicht oder noch nicht in den Arbeitsbereich der Werkstatt übernommen werden können. Dabei werden ihre individuellen Bedürfnisse besonders berücksichtigt. „Wir freuen uns sehr, mit unserer finanziellen Beteiligung an der Modernisierung der Tagesförderstätte der Harz-Weser-Werke am Werkstattstandort Osterode Menschen mit einem hohem Assistenzbedarf unterstützen zu können“, so Hartmann.

IIm Snoezelraum (v.l.): Rüdiger Ernsting, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung für Menschen mit Behinderung, Harz-Weser, Ditmar Hartmann, Stiftungsvorsitzender, HWW-Werkstattleitung Kasten Dannenberg, stellvertretende HWW-Werkstattleitung Jana Kürbis und Frauke Hardt, Gruppenleitung der HWW-Tagesförderstätte.
IIm Snoezelraum (v.l.): Rüdiger Ernsting, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung für Menschen mit Behinderung, Harz-Weser, Ditmar Hartmann, Stiftungsvorsitzender, HWW-Werkstattleitung Kasten Dannenberg, stellvertretende HWW-Werkstattleitung Jana Kürbis und Frauke Hardt, Gruppenleitung der HWW-Tagesförderstätte. © Harz-Weser-Werke

Sozialverhalten und Kommunikation

Die schwer und mehrfach beeinträchtigten Menschen haben erhebliche Probleme im Bereich der Selbstversorgung und benötigen Hilfe bei vielen Aktivitäten des täglichen Lebens, wie bei der Nahrungsaufnahme oder beim An- und Auskleiden. Sie können sich sprachlich nur bedingt mitteilen und verständigen sich über Mimik, Gestik oder durch bestimmtes Verhalten.

Zu den Inhalten des Tagesablaufs in der Tagesförderstätte gehören Punkte wie beispielsweise die Persönlichkeitsentwicklung, Sozialverhalten und Kommunikation, Wahrnehmungsförderung und Sinnestraining, Mobilitätstraining sowie Förderung der motorischen Fähigkeiten/Bewegungstherapie, Förderung der Gemeinschaftsfähigkeit oder auch das Einüben des Kontaktes mit der Umwelt und dem Umfeld. All diese Bereiche können mit Snoezeln im Snoezelraum unterstützt werden. Die 2009 gegründete Stiftung fördert vor allem regionale Projekte, die nicht aus laufenden Mitteln finanziert werden können und trägt damit zur Verbesserung der Lebensqualität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigungen bei. Zu den Gründungsstiftern gehören die Lebenshilfe-Vereinigungen Eichsfeld, Einbeck, Holzminden, Northeim und Südharz sowie die Harz-Weser-Werke. Weitere Informationen finden Interessierte unter der Adresse www.stiftung-harzweser.de.