Weltrekordversuch: Er läuft immer wieder zur Hanskühnenburg

Riefensbeek-Kamschlacken.  Aktuell liegt Dominik Singer aus Badenhausen gut im Zeitplan. Doch „wenn es knapp wird, laufe ich auch viermal am Tag hoch“, sagt er.

Dominik Singer will innerhalb eines Monats mehr als 40.000 Höhenmeter sammeln, dafür läuft er immer wieder von Riefensbeek zur Hanskühnenburg.

Dominik Singer will innerhalb eines Monats mehr als 40.000 Höhenmeter sammeln, dafür läuft er immer wieder von Riefensbeek zur Hanskühnenburg.

Foto: Dietrich Kühne / Privat

Einmal hat er nach sieben Tagen schon den Mount Everest (8.848 Meter) bestiegen – im übertragenden Sinn. Extremsportler Dominik Singer läuft jeden Tag zweimal hinauf zur Hanskühnenburg und wieder hinunter ins Tal nach Riefensbeek – innerhalb eines Monats will er so einen Weltrekord aufstellen. Nach einer Woche hatte er bereits knapp 9.500 Höhenmeter gesammelt. Insgesamt sollen es rund viereinhalb „Everest-Besteigungen“ werden, also mehr als 40.000 Höhenmeter. Bemerkenswert findet der 37-Jährige aus Badenhausen, dass ihn zig Menschen unterstützen.

„Bei den ersten 21 Touren hatte ich 18 Mal Begleitung“, verdeutlicht Singer. Freunde laufen mit ihm hinauf und hinunter, oder Fremde schließen sich spontan an. Und oben an der Bergbaude wartet morgens eine kleine Leckerei auf ihn. „Lass es dir schmecken“, steht dann zum Beispiel auf einem Zettel.

Wetterzonen wie in den Alpen

Egal ob mit oder ohne Begleitung – gelaufen wird in der Regel schweigend. Und dabei achtet der Sportler auch auf die Umgebung. Man laufe durch drei Zonen: Erst sei es windig, dann flaute der Wind ab, weiter oben sei es oft neblig. Die Wetterphasen änderten sich innerhalb weniger Minuten – „das gibt es sonst nur in den Alpen“.

In den Alpen sollte der Weltrekordversuch gar nicht stattfinden, Singer liebt den Harz und ist in der Region als Ausdauersportler bekannt.

Immer in kurzer Hose

Und zu Hause hat er seine eigene Waschmaschine. Sie dreht sich jeden Tag. Dabei läuft er stets in kurzer Hose, hat jedoch auch immer eine vernünftige Regenjacke dabei. In der ersten Woche habe es an drei Tagen geregnet, berichtet Singer. Wenn Wassermassen einen steilen Hauptweg hinunterfließen, erinnere das eher an einen Bachlauf. Das Wasser läuft dann in die Stiefel.

Dieses Ärgernis hält ihn aber nicht ab; das regelmäßige Laufen zur Hanskühnenburg und wieder herunter sei nämlich auch eine Kopfsache. Bei einer Tour den Berg hinauf kommen auf etwa 6,5 Kilometern rund 450 Höhenmeter zusammen – es handelt sich also um einen steilen Anstieg. Diesen meistert er morgens immer zwischen 4 und 6 Uhr und noch einmal am Nachmittag.

Reservewoche eingeplant

Etwa 90-mal muss Singer im Oktober die Hanskühnenburg zu Gesicht bekommen, damit es für das Guinness-Buch der Rekorde reicht. Pro Tour benötigt er aktuell nur zwischen 90 und 100 Minuten.

Die ersten beiden Wochen sind weniger ein Problem – an Zehn-Tage-Rennen hat der selbstständige Gartenbauunternehmer bereits erfolgreich teilgenommen, das kennt er.

Doch ab Woche drei oder vier könnte irgendwann ein Knackpunkt kommen, den es zu überwinden gilt, befürchtet der 37-Jährige. Aber: „Wenn es knapp wird, laufe ich auch viermal am Tag hoch. Die letzte Woche ist als Reservewoche eingeplant.“

Pro gelaufenem Kilometer 1 Euro

Der Plan ist, am Nachmittag des 31. Oktober durchs Ziel an der Hanskühnenburg zu laufen, wo es dann auch eine Weltrekordfeier geben soll. Bei dem Vorhaben geht es jedoch nicht nur darum, einen Rekord aufzustellen.

Ihm sei es wichtig, auch etwas für die Region zu tun: Und so wird pro gelaufenen Kilometer ein Euro gespendet. Das Geld soll an das Kinderhospiz Göttingen und die Kindersportstiftung gehen.

Wenn die Aktion vorbei ist und Dominik Singer sich an die Strapazen und netten Gesten erinnern will, braucht er nur in seinem Logbuch zu blättern. Dahinein schreibt er immer, wenn er oben an der Bergbaude angekommen ist und eine Pause macht. „Ein paar meiner Mitläufer schreiben auch mal etwas hinein“, berichtet er.

Das Buch und die Begleiter sind Beweise und Zeugen, dass er immer wieder oben ankommt – und die herausgestellten Leckereien, die er gerne verputzt.

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