Bio-Kunststofftüten gehören nicht in die Komposttonne

Osterode.  Die Beutel enthalten meist Mikroplastik, erklärt der Landkreis Göttingen. Auf die falsche Nutzung der Biotonne weist ein orangefarbener Anhänger hin.

Die grüne Tonne wurde vor mehreren Monaten bei uns eingeführt. Noch immer kommen zu dem Thema Fragen auf.

Die grüne Tonne wurde vor mehreren Monaten bei uns eingeführt. Noch immer kommen zu dem Thema Fragen auf.

Foto: Karl Heinz Bless

Es ärgere ihn einfach: Er trennt brav Papier und Plastik, Haus- und Bio-Müll, macht die Komposttonne sauber – und dann nehmen die Mitarbeiter der Müllabfuhr sie nicht mit. Denn diese haben in seiner grünen Tonne einen Bio-Müllbeutel gefunden, teilt ein Herzberger mit. Die Beutel sind laut ihrer Beschreibung kompostierbar, aber trotzdem verboten in den Biotonnen im ganzen Landkreis Göttingen.

„Plastikbeutel gehören nicht in die Komposttonne, das gilt auch für kompostierbare Kunststoffbeutel“, teilt Kreissprecher Ulrich Lottmann mit. Darauf werde immer wieder hingewiesen. Bio-Kunststoffbeutel enthielten in der Regel Erdöl: Die Beutel zersetzen sich zwar, aber Erdöl wird nicht biologisch abgebaut. „So wird der Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt forciert, dessen Gefahren bekannt sind.“ Der zweite Grund für das Verbot sei, dass der Bio-Abfall vergoren wird, um Energie zu erzeugen. Dabei zersetzen sich die Biokunststoffe nicht, sondern schmelzen und können den Anlagen schaden. Um das zu verhindern, müssten die störenden Teile aussortiert werden, was zusätzliche Kosten verursache.

Lottmann berichtet, dass Bewohner, denen die Gründe auf Nachfrage erklärt wurden, es dann unterlassen wollen, Bio-Kunststoffbeutel auf den heimischen Kompost zu legen.

Wenn die Müllwerker eine Komposttonne gefüllt zurücklassen, lassen sie den Haushalt aber nicht im Unklaren: Dann befestigen sie einen orangefarbenen Anhänger mit Erklärungen am Tonnengriff. Neben falschen Müllbeuteln können etwa Glas und Textilien in dem Behälter gefunden worden sein. „Die von Anfang an gute Qualität der Osteroder Bioabfälle soll beibehalten werden“, bemerkt der Landkreissprecher.

So kleidet man die Biotonne richtig aus

Er empfiehlt, Mülleimer, in denen etwa Küchenabfall gesammelt wird, mit Zeitungspapier, Küchenkrepp oder Papiertüten auszukleiden. Plastikbeutel werden so nicht benötigt. Zu dem Thema bereite die Abfallwirtschaft Osterode gerade einen Infoflyer vor, sagt Lottmann.

Übrigens: Auch Laubsäcke, die nicht vom Landkreis stammen, werden an Müllabfuhrtagen stehengelassen – selbst dann, wenn sie ebenfalls aus Papier sind. Denn die des Kreises werden für vier Euro verkauft; der Preis beinhalte die Volumengebühr und decke die Kosten für das Einsammeln, Transportieren und Behandeln des zusätzlichen Abfalls ab, erläutert Lottmann. Laubsäcke können zusätzlich an den Straßenrand gestellt werden, wenn die Komposttonne nicht ausreicht, zum Beispiel nach dem Zuschneiden der Stauden im eigenen Garten. „Eine Alternative ist, Grünabfälle wie gewohnt zum Grünabfallsonderdienst anzuliefern. Hierfür muss kein Laubsack gekauft werden.“

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