Stichwahl in zwei Wochen: Reuter gegen Theuvsen

Osterode  Bei der Landratswahl für den Kreis Göttingen konnte keiner der sechs Kandidaten die absolute Mehrheit erzielen.

Nein, enttäuscht sei er nicht, sagte am Wahlabend der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD), dem es trotz deutlich mehr Stimmen nicht gelungen war, Herausforderer Dr. Ludwig Theuvsen nachhaltig aus dem Feld zu schlagen. Reuter schaffte die absolute Mehrheit nicht.

„Angesichts des Abstandes zum Zweitplatzierten kann ich mit großer Zuversicht in die Stichwahl gehen.“
Bernhard Reuter, SPD-Landratskandidat, zum Wahlausgang

„Ich bin mit dem Wahlausgang zufrieden“, erklärte Reuter, er habe gegenüber der Landratswahl vor fünf Jahren zehn Prozent zugelegt. Das wertete der SPD-Politiker als eine Wertschätzung seiner Arbeit durch den Wähler.

Erschreckend das Votum für Rechts

Reuter, der zuvor Landrat im Kreis Osterode war und die Fusion zwischen den Kreisen Göttingen und Osterode vorangetrieben hatte, schnitt auch im Altkreis Osterode trotz der kontrovers diskutierten Fusion verhältnismäßig gut ab. Allein in Bad Sachsa, Elbingerode und Hörden verlor er gegen seinen CDU-Herausforderer Dr. Ludwig Theuvsen. „Angesichts des Abstandes zum Zweitplatzierten kann ich mit großer Zuversicht in die Stichwahl gehen.“ Überraschend sei das gute Abschneiden der Linken, erschreckend das Votum für die rechten Parteien.

Zuversichtlich gab sich auch Dr. Theuvsen. „Am Abend der Stichwahl fangen beide Bewerber wieder bei null an. Ich rechne mir da durchaus Chancen aus.“ Das, was man anvisiert habe, nämlich gegen den Amtsinhaber in die Stichwahl zu kommen, sei erreicht. Das allein sei schon ein sportlicher Ansatz gewesen, habe man bei der Kandidatenaufstellung doch eine rot-grüne Koalition geschmiedet. „Jetzt geht der Wahlkampf weiter mit frischen Ideen und neuen Themen“, gab sich der CDU-Herausforderer kämpferisch.

„Das ist ein sehr schönes Ergebnis“, zeigte sich Dr. Eckhard Fascher, der Kandidat der Linkspartei, zufrieden und verwies auf das Ergebnis seiner Partei bei den letzten Kommunalwahlen in beiden Landkreisen, wo die Linke jeweils bei dreieinhalb Prozent gelegen habe. „Ich denke, dass ich auch Stimmen von Grünen und Piraten bekommen habe.“

Jetzt müsse man abwarten, was bei der Kreistagswahl herauskomme. Die Stichwahl zwischen Reuter und Theuvsen überrasche ihn nicht: „Das ist etwa, wie ich es erwartet hatte. Ich hatte Reuter dicht an 50 Prozent gesehen. Er hat wohl auch die Grünen zum allergrößten Teil mobilisiert.“

Auch Felicitas Oldenburg, die Kandidatin der FDP, hatte mit einem knappen Ergebnis zwischen SPD und CDU gerechnet. Dass es zu einer Stichwahl kommt, könne auch an ihrer eigenen Kandidatur gelegen haben, vermutete Oldenburg. „Ich bin mit meinem Ergebnis sehr zufrieden. Es zeigt, dass man auch als Kandidatin gegen die Herrenriege antreten kann.“ Sie hoffe, dass es für ihre Partei auch eine Tendenz für die Ratswahl in Göttingen und die Kreiswahl zeige.

Ausgezählt: 422 von 426 Bezirken

Überaus zufrieden war auch der Bewerber der Partei Alfa, Michael Täuber aus Bad Sachsa: „Wir freuen uns über unser Ergebnis. Dafür dass wir eine neue Partei sind – es gibt uns erst seit Januar. Wir hatten uns drei Prozent als Ziel gesetzt.“ Alfa habe sich mit seiner Teilnahme an der Landratswahl auch bekanntmachen wollen. „Das bringt uns voran“, so Täuber zuversichtlich. Was das Duell Reuter und Theuvsen angeht, sagte er: „Ich war mir nicht sicher, wer das Rennen macht. Es ist nicht überraschend, dass es eine Stichwahl gibt.“

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