Verdi: Tarifgespräche mit Helios bleiben ohne Ergebnis

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Die Helios-Klinik Herzberg/Osterode.

Die Helios-Klinik Herzberg/Osterode.

Foto: Martin Baumgartner / HK

Herzberg.  Der Helios-Konzern mache die Corona-Sonderzahlung von einem Verzicht auf Tarifverhandlungen abhängig, berichtet die Gewerkschaft Verdi.

Nachdem die Beschäftigten der Helios-Niedersachsen-Kliniken zuletzt mit Aktionen vor den Kliniken im Mai deutlich gemacht hatten, dass sie vom größten deutschen Klinikbetreiber eine Corona-Prämie „ohne Vorbedingungen und ohne Verrechnung“ mit jetzt festgelegten „minimalsten Lohnerhöhungen im nächsten Jahr“ fordern, fanden dazu in der vergangenen Woche Tarifverhandlungen zwischen Helios und der Gewerkschaft Verdi statt. Darüber berichtet die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung.

Die Gespräche seien schnell beendet gewesen: Helios blieb laut Verdi bei seiner Haltung, eine Corona-Sonderzahlung aus eigener Tasche in Höhe von maximal 400 Euro nur gegen Verzicht auf Tarifverhandlungen für 2022 zahlen zu wollen und begründete dies mit dem Verweis auf den Bedarf nach „Planungssicherheit“ für 2022. Dies sei für die Verdi-Tarifkommissionen der sieben Kliniken unannehmbar.

Gewerkschaft übt scharfe Kritik an Haltung des Unternehmens

Die Gewerkschaft übt scharfe Kritik an dem Unternehmen: „Eine solche Haltung ist aus unserer Sicht für den größten deutschen Klinikkonzern und Tochter von Fresenius, geradezu beschämend! Anerkennung lässt sich nicht verrechnen! Rundum bezahlen andere Unternehmen aus eigener Tasche ihren Beschäftigten Corona-Prämien und ausgerechnet der Krankenhausbetreiber Helios näht die Taschen zu.“ Hinzu komme, dass der Konzern eben erst im Mai entschieden habe, die Dividenden der Aktionäre um fünf Prozent zu erhöhen: „Da spielte Planungssicherheit offenbar keine Rolle. Die Mutter des Helios-Konzerns, der Fresenius-Konzern hat für 2020 gerade erst ein Konzernergebnis von 1,8 Milliarden Euro eingefahren, was zum großen Teil den Krankenhausbeschäftigten in Deutschland zu verdanken ist.“

Wir haben das Unternehmen um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. Sprecherin Daniela Kasper schreibt dazu: „Helios hatte bereits im März 2021 die Initiative ergriffen, um eine Corona-Sonderzahlung in Höhe von 400 Euro für die Beschäftigten des nichtärztlichen Dienstes (75 Euro für Auszubildende) in 2021 in Verbindung mit einer Tarifvereinbarung zu den Entgelten für 2022 auf den Weg zu bringen. Diese Sonderzahlung wäre ergänzend zu der staatlichen Prämie gezahlt worden, mit der viele Kliniken bedacht worden sind und über deren Verteilung derzeit mit den Betriebsräten verhandelt wird. Die wesentlichen Eckpunkte unseres Vorschlags entsprechen einer Einigung, die wir mit Verdi zuvor bereits für die Kliniken im Geltungsbereich des Helios-Konzerntarifvertrages gefunden hatten.“ Für die Kliniken, für die Haustarifverträge gelten, lehne Verdi jedoch einen entsprechenden vorzeitigen Tarifabschluss für das Kalenderjahr 2022, der für alle Beteiligten Planungssicherheit bringen würde, nun aber leider ab. „Wir bedauern, dass es dadurch nun keine tarifliche Corona Sonderzahlung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben wird.

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