Bund gibt 1,5 Millionen Euro für Breitbandausbau im Kreis

Herzberg.  Telekom im Verzug: Nach wie vor gibt es unterversorgte Adressen, etwa in Herzberg.

Ein Glasfaserkabel.

Ein Glasfaserkabel.

Foto: Uli Deck / dpa

Der Breitbandausbau im Landkreis Göttingen ist nach wie vor nicht abgeschlossen, die Telekom hat es nicht geschafft, den Auftrag innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens auszuführen: Ursprüngliche Vorgabe des Kreistages war 2018, dass bis Ende 2019 „sämtliche weiße Flecken im FTTC-Ausbau versorgt sein“ sollen. Im Dezember 2019 hatte das Unternehmen auf unsere Nachfrage erklärt, dass „75 Prozent der Anschlüsse“ bis Ende 2019 fertiggestellt sein werden, „die restlichen Maßnahmen laufen voraussichtlich bis Ende des 2. Quartals 2020.“

Doch auch dieser Zeitrahmen konnte nicht eingehalten werden. Nach wie vor gibt es unterversorgte Adressen im Kreisgebiet. Die genannten Kosten für den Breitbandausbau im Landkreis beliefen sich bislang auf eine Gesamtsumme von rund 20,52 Millionen Euro und werden zu 50 Prozent vom Bund gefördert. Gerade in der Zeit des Lockdowns im Frühjahr hatte sich gezeigt, wie wichtig eine schnelle Internetverbindung ist, etwa für das sogenannte „Homeschooling“ von Schülern oder auch für Anwendungen wie Videokonferenzen, Streaming von Videos und Musik und das Versenden von E-Mails mit größeren Anhängen.

Nun stellte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur abermals 1,5 Millionen Euro für den Breitbandausbau im Landkreis Göttingen zur Verfügung, wie der Bundestagabgeordnete Fritz Güntzler (CDU) mitteilt. „Bei dem Projekt investiert der Landkreis in die Erschließung von unterversorgten Adressen in Bereichen der Stadt Herzberg am Harz und in zwei Bereiche in Duderstadt – Bostal Euzenberg und Breiter Anger“, berichtet er. Der Landkreis erhalte vom Bund jeweils 500.000 Euro und somit eine prozentuale Förderung von 50 Prozent. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Güntzler auf drei Million Euro. Die Gelder fließen ihm zufolge in den Ausbau von Gewerbegebieten.

„Ich freue mich, dass die weißen Flecken im Landkreis Göttingen stetig kleiner werden und nun auch in die wichtige Versorgung mit schnellem Internet in Gewerbegebieten investiert werden kann“, so Güntzler. „Nur mit leistungsfähigen Breitbandnetzen sind wir heutzutage noch konkurrenzfähig. Ohne dieses sind Regionen abgehängt, daher ist es gut, dass in unserem Landkreis der Ausbau stetig vorangeht.“

Auf der Ausbaukarte der Telekom im Internet ist ersichtlich, dass in Herzberg aktuell ein Highspeed-Ausbau in den Straßen Am Sieberdamm und Im Beutersfeld geplant ist. Doch bei Anschlüssen mit einer Geschwindigkeit über 16 MBit/s scheint es laut Karte noch einige Lücken im Stadtgebiet zu geben.

In einem internationalen Vergleich der schnellsten Internetgeschwindigkeiten weltweit liegt Deutschland 2020 nur auf Platz 25, wie IT-Daily berichtet. Taiwan besetzt den ersten Platz, die USA liegen auf Rang 13, Ungarn auf 18 und Frankreich auf 20.

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