Feuerwehren kämpfen in unwegsamem Gelände gegen Waldbrand

Herzberg   35.000 Liter Wasser mussten in den Oberharz: Einen äußerst schwierigen Löscheinsatz absolvierten die Brandschützer nahe der Hanskühnenburg.

Feuerwehren im Einsatz an der Brandstelle. 

Feuerwehren im Einsatz an der Brandstelle. 

Foto: Feuerwehr / Holtschmidt

Wanderer kennen die Strecke gut, Schindelkopfköte, Reiterstieg und die Seilerklippen in etwa 760 Metern Höhe auf dem Ackerkamm, nahe der Hanskühnenburg. Der Pfad ist schmal und steinig. Dienstag hatten Wehrleute mehrerer Feuerwehren aus zwei Landkreisen Gelegenheit, das besondere Gelände bei einem Großeinsatz kennenzulernen, allerdings unfreiwillig.

Die Feuerwehren Herzberg und Osterode sowie aus Braunlage und St. Andreasberg waren zu einem kleineren Flächenbrand etwa 1,5 Kilometer von der beliebten Wanderbaude entfernt an den Seilerklippen gerufen worden, der allerdings nur schwer zu erreichen war. Zudem verzögerten weitere unerwartete Probleme den Ablauf.

Löschfahrzeug blieb liegen

Da bei der Anfahrt über die Sösetalsperre das vorausfahrende Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Lasfelde aufgrund eines technischen Defekts ausfiel, konnten die restlichen Fahrzeuge die einspurige Bergstrecke nicht passieren. „Umgehend wurden weitere Kräfte aus Herzberg und Lonau angefordert“, berichtet Markus Herzberg, Pressesprecher der Feuerwehr.

Die Fahrzeuge aus dem Bereich der Stadt Herzberg fuhren von Lonau aus durch das Kirchtal die Hanskühnenburg an. Gleichzeitung wurden Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Sankt Andreasberg und Braunlage über Stieglitzeck und die Ackerstraße zur Einsatzstelle entsandt.

Der mit 2.000 Metern Schlauch beladene Gerätewagen Logistik der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) wurde von Kräften der Feuerwehr Lasfelde besetzt und fuhr ebenfalls die Einsatzstelle über Lonau an. Wegen der Abgelegenheit des Brandortes, der nur über einen Pfad zu erreichen war, mussten die Einsatzkräfte von Hand mit etwa 90 B-Schläuchen eine Wasserversorgung aufbauen. Um beim Transport der Schläuche zu unterstützen, wurden die Quads des ASB Bad Lauterberg sowie des QSMT angefordert. Der Gerätewart der Feuerwehr Lonau unterstützte den Transport ebenfalls mit seinem privaten ATV (All Terrain Vehicle).

Der Unimog der Feuerwehrtechnischen Zentrale, den man gleich angefordert hatte, transportierte zwei Verstärkerpumpen an ihre Einsatzorte. Damit dieser den Brandort erreichen konnte, mussten am Wanderweg Bäume zurückgeschnitten werden.

35.000 Liter Wasser transportiert

Nachdem die Schlauchleitung gegen 18.15 Uhr vollständig fertiggestellt war, wurde diese von den Tanklöschfahrzeugen gespeist. Hierzu richtete man einen Pendelverkehr über das Mariental nach Lonau ein und alarmierte zusätzlich wasserführende Fahrzeuge der Feuerwehren Scharzfeld und Pöhlde. Im Verlauf des Einsatzes wurden etwa 35.000 Liter Löschwasser transportiert. Glück im Unglück: „Der Brandherd konnte sich aufgrund der felsigen Umgebung nur sehr schwer ausbreiten“, erklärt Herzberg. Gegen 19.45 Uhr hieß es endlich: „Feuer aus.“

Volker Keilholz, der mit Abschnittsleiter Martin Dannhauer vor Ort war, betonte in diesem Zusammenhang wie wichtig die anstehende Ersatzbeschaffung des mittlerweile in die Jahre gekommen Unimog der FTZ ist.

120 Kräfte der Feuerwehren Herzberg, Osterode, Lasfelde, Lonau Sieber, Sankt Andreasberg, Braunlage, Scharzfeld und Pöhlde sowie des ASB und DRK Bad Lauterberg, QSMT und der Forst- sowie Nationalparkverwaltung waren im Einsatz. Die Wirtin der Hanskühnenburg kümmerte sich um die Verpflegung. Gegen 22.30 Uhr war der Einsatz beendet.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder