Gemeinderäte verabschieden gemeinsame Resolution für OBS Hattorf

Hattorf  Die Kommunalpolitiker der Samtgemeinde Hattorf unterstützen die Proteste der Eltern und fordern die Kreisverwaltung zum Umdenken auf.

Die Bürgermeister aus der Samtgemeinde (v.l.) Henning Kunstin, Henning Kruse, Rolf Hellwig, Helmuth Otto und Frank Kaiser unterzeichneten die Resolution, die zuvor von den Ratsleuten verabschiedet worden war.

Die Bürgermeister aus der Samtgemeinde (v.l.) Henning Kunstin, Henning Kruse, Rolf Hellwig, Helmuth Otto und Frank Kaiser unterzeichneten die Resolution, die zuvor von den Ratsleuten verabschiedet worden war.

Foto: Martin Baumgartner

Die Räte der Gemeinden Elbingerode, Hörden, Wulften und Hattorf sowie der Samtgemeinderat haben am Montagabend in einer gemeinsamen Sitzung einstimmig eine Resolution zum Erhalt der Oberschule Hattorf mit der Außenstelle Wulften verabschiedet. Die Ratsleute fordern darin die Rücknahme der entsprechenden Beschlussvorlage der Kreisverwaltung und eine sofortige Stellenausschreibung der Schulleitung an der OBS.

Georg Wipke, Vorsitzender des Samtgemeinderates, nannte die Sitzung historisch: So etwas habe es in der Geschichte der Samtgemeinde noch nicht gegeben, leider sei der Anlass nicht schön. Unter den zahlreichen Gästen, vor allem betroffene Eltern aus der Samtgemeinde, begrüßte er auch Vertreter des Ortsrates aus Schwiegershausen sowie Frank Kellner, Vorsitzender des Schulausschusses des Stadtrates Bad Sachsa, sowie den Rektor der Oberschule Bad Sachsa, Thomas Koch, die ihre Solidarität mit der OBS Hattorf zeigen wollten.

Unterstützung aus anderen Kommunen

In der Schulausschusssitzung des Kreistages hatte Kreisrat Marcel Riethig angedeutet, dass auch über die Schließung der Oberschulen Bad Sachsa und Bad Grund nachgedacht werden müsse (wir berichteten). Wie Samtgemeindebürgermeister Rolf Hellwig berichtete, hätten ihm seine Kollegen aus Bad Sachsa und Bad Grund, Dr. Axel Hartmann und Harald Dietzmann, ebenfalls Unterstützung zugesagt. „Gemeinsam wollen wir – in der Kürze der uns zur Verfügung stehenden Zeit – versuchen, den Landkreis zu einer anderen Entscheidung zu bewegen“, sagte Hellwig. Bereits am 6. März könnte im Kreisausschuss ein Beschluss über die Zukunft der OBS Hattorf fallen.

Hellwig sagte, dass er auch als Vorsitzender des Kreisverbandes des Städte- und Gemeindebundes, also der kommunalen Interessenvertretung, das Vorgehen der Kreisverwaltung „rundheraus ablehnen“ müsse: „Derart weitreichende Entscheidungen des Landkreises dürfen nicht ohne Beteiligung der Kommunen getroffen werden.“ Er habe daher seine Vorstandskollegen und die hauptamtlichen Bürgermeister des gesamten Landkreises um Unterstützung gebeten.

Einstimmig und überparteilich zeigten die Ratsleute aus der Samtgemeinde ihre Solidarität mit der Oberschule Hattorf und den über die Pläne der Kreisverwaltung empörten Eltern. In der Resolution zum Erhalt der OBS, die von den fünf Bürgermeistern Rolf Hellwig (Samtgemeinde), Helmuth Otto (CDU, Elbingerode), Henning Kunstin (CDU, Hörden), Hennig Kruse (SPD, Wulften) und Frank Kaiser (SPD, Hattorf) unterzeichnet wurde, heißt es wörtlich: „Der Vorschlag der Verwaltung des Landkreises Göttingen, mit der Zusammenlegung der Oberschulen Herzberg und Hattorf die zukünftige Sicherung des Standortes Hattorf zu betreiben, überzeugt uns nicht. Es ist bekannt, dass der Schulstandort der Oberschule Hattorf gegenwärtig nicht geschlossen werden kann, weil bei einer Schließung erhebliche Fördergelder vom Landkreis Göttingen zurückgezahlt werden müssen.“

Transparenz gefordert

Die Ratsleute fordern vom Landkreis „Offenheit und Transparenz“ und außerdem einen neuen Schulentwicklungsplan für den gesamten Altkreis Osterode. Der alte Osteroder Schulentwicklungsplan aus dem Jahr 2013 sei als Planungsgrundlage ungeeignet, da er lediglich eine Bestandsaufnahme zum damaligen Zeitpunkt enthalte und seinerzeit davon ausgegangen worden sei, dass es mit der Fusion einen neuen Plan für den gesamten Landkreis geben wird.

Sollte dies für den Altkreis Göttingen nun nicht für notwendig erachtet werden, „dann ist es jedoch offensichtlich für den ehemaligen Landkreis Osterode notwendig“, so der Resolutionstext. „Hier eine Schule schließen, da eine Schule zusammenlegen, das ergibt für uns keinen Plan, der die Schulstandorte zukunftsorientiert aufstellt.“ Die Resolution fordert insbesondere die Beteiligung aller Betroffener an der Aktualisierung des Schulentwicklungsplanes.

In der Sitzung stellte Samtgemeindebürgermeister Rolf Hellwig fest, die Samtgemeinde werden „als Wohnort, als Arbeitsort, ja als Standort in allen möglichen Bereichen von der beabsichtigten Entscheidung negativ beeinflusst“. Er schilderte für die Schüler negative Konsequenzen einer Angliederung an die Oberschule Herzberg: „Längere Fahrzeiten, größere Klassen und gerade für die höheren Klassen jeweils kurz vor dem Schulabschluss die Umgewöhnung an neue Lehrer“.

Respekt für die Eltern

Georg Wipke (SPD), der die Sitzung leitete, sagte zu den zahlreichen anwesenden Eltern: „Was Sie mit dem Elternabend, der Unterschriftenliste, der Teilnahme an der Schulausschusssitzung und der Demonstration auf die Beine gestellt haben, verdient unseren Respekt. Wir Kommunalpolitiker in der Samtgemeinde sind nicht ihre Feinde, wir müssen nicht von der Eigenständigkeit der OBS überzeugt werden.“

Der Vorsitzende des OBS-Schulelternrates, Frank Peter Engels, dem ebenso wie Schulleiter Klaus Wagner und dem Sprecher der Elterninitiative, Dirk Pejril, Gelegenheit eingeräumt wurde, sich vor den Ratsmitgliedern zu äußern, bedankte sich für die Unterstützung und Rückendeckung, die die Eltern erfahren, „besonders für die uneingeschränkte Solidarität aller Parteien in der Samtgemeinde.“ Das gemeinsame Engagement für den Erhalt der Schule sei Beweis für eine funktionierende Gemeinde. Der Kampf für die OBS habe die Gemeinde zusammengeschweißt.

Er brachte die Forderung der Eltern auf den Punkt: „Das einzige, was wir von der Kreisverwaltung verlangen, ist, dass dieser unsägliche Vorgang beendet wird.“ Ähnlich äußerte sich auch Pejril: Die Demonstration in Hattorf zeige die „deutliche Ablehnung eines Bildungsabbaus in unserer Region mit der Brechstange.“ Es komme darauf an, ein deutliches Zeichen in Richtung Göttingen zu setzen: „So kann man es nicht mit uns machen.“

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