Dachstuhl brennt: 300 000 Euro Schaden

Herzberg  130 Wehrleute bekämpften Dienstagabend ein Feuer in der Herzberger Buschstraße. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache wird ermittelt.

Großeinsatz der Feuerwehren: Am Dienstagabend heulten in Herzberg die Sirenen und rissen die Bürger aus der abendlichen Ruhe. Gegen 22.30 Uhr war die Alarmierung erfolgt, Flammen waren aus dem Dachstuhl eines Doppelhauses geschlagen, begleitet von heftiger Rauchentwicklung.

Zum Einsatzort in der Buschstraße wurden zunächst die Feuerwehren aus Herzberg, Sieber und Lonau sowie Pöhlde und Scharzfeld gerufen, später wurde die Bad Lauterberger Wehr mit ihrer Drehleiter nachalarmiert.

Schlafende Familie alarmiert

Wegen ungewöhnlicher Geräusche waren die Bewohner der unteren Wohnung des Zweifamilienhauses auf das Feuer aufmerksam geworden, das sich im Spitzboden des Gebäudes ausbreitete.

Geistesgegenwärtig wählten sie den Notruf 112, informierten so die Feuerwehr und alarmierten durch Klingeln eine im Obergeschoss schlafende vierköpfige Familie, die rechtzeitig geweckt werden konnte und die Wohnung verließ. Beim Eintreffen der ersten Kräfte schlugen die Flammen bereits hell aus dem Dach.

Brandbekämpfung

Da sich die Bewohner selbst in Sicherheit gebracht hatten, starteten die Feuerwehren sofort mit der Brandbekämpfung. „Hierzu wurde mit einem Trupp unter Atemschutz ein Innenangriff sowie über die Drehleiter der Feuerwehr Herzberg und einem Trupp auf der Gebäuderückseite ein Außenangriff durchgeführt“, berichtet Markus Herzberg, Sprecher der Feuerwehr, von dem Großeinsatz. Zum sicheren Arbeiten wurde die Einsatzstelle mit den Lichtmasten der Einsatzfahrzeuge sowie Stativscheinwerfern ausgeleuchtet. Der örtliche Energieversorger, die Harz Energie, war vor Ort und unterbrach die Gasversorgung. Aufgrund der schwer zugänglichen rückwertigen Dachfläche rief man die Feuerwehr Bad Lauterberg zu Hilfe, denn deren Drehleiter verfügt über ein Knickgelenk, mit dessen Hilfe die Ziegel der hinteren Dachseite gefahrlos entfernt und Brandnester abgelöscht werden konnten.

Für nachrückende Einheiten wurde im Bereich der Tankstelle in der Lönsstraße ein Sammelplatz sowie in der Nähe des Brandobjekts eine Atemschutzsammelstelle eingerichtet. Von diesen Plätzen setzte man die Kräfte aufgabenspezifisch ein. Zum Abschluss der Löscharbeiten spürten die Wehrleute im Gebäude verbliebene Glutnester mit Hilfe der Wärmebildkamera auf und löschten sie.

Lange Nacht

Für die Mitglieder der Wehreinheiten wurde es eine lange Nacht, erst gegen 4 Uhr in der Früh konnte der Einsatz abgeschlossen werden. Verletzt wurde zum Glück niemand, allerdings ist der Schaden hoch und beläuft sich nach Polizeiangaben auf bis zu 300 000 Euro. Das Feuer zerstörte den gesamten Dachbereich.

Die Brandursache ist derzeit noch nicht bekannt, die Polizei in Osterode bestätigte aber, dass entsprechende Ermittlungen aufgenommen wurden. Nachbarn boten den Betroffenen ihre Unterstützung an, indem sie Zimmer zur Verfügung stellten. „Nur durch den schnellen Einsatz der Feuerwehren blieben benachbarte Häuser unbeschadet“, zieht die Polizei ein erstes Fazit.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder