Esperanto-Urbo feiert zehnten Jahrestag

Herzberg  Im Juli des Jahres 2006 hatte der Rat der Stadt beschlossen, Herzberg diesen Beinamen zu geben.

Am Wochenende wird in Herzberg das zehnjährige Jubiläum der Benennung als Esperanto-Stadt gefeiert: 2006 hatte der Stadtrat mit den Stimmen aller vier Parteien beschlossen, Herzberg diesen Beinamen zu geben – angesichts der vielfältigen Esperanto-Aktivitäten in der Stadt und der zahlreichen esperantosprachigen Besucher.

Seit dem 12. Juli 2006 benutzt Herzberg den offiziellen Beinamen „die Esperanto-Stadt“. Der ehemalige Bürgermeister Gerhard Walter erhielt daraufhin innerhalb weniger Wochen hunderte Glückwünsche aus aller Welt.

„Bonvenon en Herzberg“

Große Begrüßungstafeln mit dem Text „Bonvenon en Herzberg am Harz – la Esperanto-Urbo“ (übersetzt heißt das: Willkommen in Herzberg am Harz – die Esperanto-Stadt) stehen mittlerweile an den Ortseingängen der Stadt, an den Bahnhöfen und in den vier Stadtteilen. Informationen über Herzberg und die Region in Esperanto finden Kundige auf den städtischen Internet-Seiten.

Seit einigen Jahren zieht besonders das Interkulturelle Zentrum Herzberg in der Grubenhagenstraße 6 Esperanto-Freunde aus dem In- und Ausland an. Es ist zugleich Filiale für Weiterbildung und Kultur des Deutschen Esperanto-Bundes und Bildungszentrum für den Internationalen Esperanto-Lehrerverband.

In Herzberg finden das ganze Jahr über Esperanto-Sprachkurse, Ausbildungsprogramme für Esperanto-Lehrer und andere Bildungsveranstaltungen statt. Das Zentrum unterhält außerdem eine Bibliothek und ein Archiv zu Esperanto. Auf der Esperanto-Plattform des Museums im Herzberger Welfenschloss gibt es seit 2009 regelmäßige Fachausstellungen.

Im Frühjahr 2015 wurde eine Bücherecke für Esperanto in der städtischen Bücherei eingerichtet. Viele Gäste aus dem In- und Ausland nehmen diese Serviceangebote wahr.

Seit vielen Jahrzehnten gibt es in Herzberg bereits Aktivitäten rund um Esperanto. Ein erster Artikel, der zur Gründung von Esperanto-Vereinen im Südharz aufrief, erschien am 10. März 1910 in der Kreis-Zeitung, Anzeiger für das Fürstentum Grubenhagen. In Herzberg waren Apotheker Baitz und Buchdruckereibesitzer Alfred Preiss „freundlichst bereit, auf Anfrage Auskunft zu geben“.

Esperanto-Lehrbuch

Nach der Unterdrückung von Esperanto in der Nazizeit gab es seit Mitte der 50er Jahre wieder aktive Esperanto-Sprecher. Besonders erfolgreich war Joachim Gießner, von 1966 bis 1978 Bahnhofsvorsteher in Herzberg. Über die Stadtgrenzen hinaus wirkte Gießner jahrzehntelang als außerordentlich reger und geschätzter Vorsitzender des deutschen und des internationalen Eisenbahner- Esperanto-Fachverbandes. Gießner unterrichtete Esperanto, verfasste ein Esperanto-Lehrbuch für Türken und übersetzte mehr als 400 Lieder ins Esperanto.

JUBILEA FESTO

Der zehnte Jahrestag „Esperanto-Stadt“ wird am Samstag und Sonntag gefeiert. Geplant sind unter anderem mehrsprachige Führungen für angereiste Besuchergruppen und eine abendliche Grillveranstaltung.

Am Samstag beginnt um 11 Uhr ein Festakt im Rittersaal des Welfenschlosses. Dann wird auch eine Ausstellung „10 Jahre Esperanto-Stadt“ eröffnet.

Am Nachmittag gibt es um 14 Uhr eine Schlossführung, um 15 Uhr einen Spaziergang durch Herzberg und ab 16 Uhr ein Fest im Esperanto-Garten.

Sonntag steht ein weiterer Spaziergang in der Stadt um 10 Uhr vom Esperanto-Centro aus auf dem Programm. Um 11 Uhr beginnt ein Forum, um 13.30 folgte ein Spaziergang, bevor um 16 Uhr das Grillfest beginnt.

Die heutige Esperanto-Gesellschaft Südharz wurde 1976 gegründet. Peter Zilvar, der langjährige Vorsitzende der Gesellschaft, ist seither für Esperanto in Herzberg aktiv. Seit vielen Jahren wird er von der Esperanto-Sprachlehrerin Zsófia Kóródy unterstützt.

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