100. Geburtstag eines Esperanto-Pioniers

Herzberg  Medaille erinnert an die Geburt des ehemaligen Herzberger Bahnhofsvorstehers Joachim Gießner im Jahr 1913.

Die Erinnerungsmedaille anlässlich des 100. Geburtstags von Joachim Gießner.

Die Erinnerungsmedaille anlässlich des 100. Geburtstags von Joachim Gießner.

Foto: Verein

Der ehemalige Herzberger Bahnhofsvorsteher Joachim Gießner wurde vor hundert Jahren, am 23. Dezember 1913, in Dresden geboren. Er war im November 2003 in Trippstadt bei Kaiserslautern verstorben. Etwa 50 Jahre war er der Vorsitzende des Deutschen Eisenbahner-Esperantoverbandes und 28 Jahre lang Präsident des Internationalen Eisenbahner-Fachverbandes. Fast fünfzig Jahre lang nahm er die Funktion als Hauptbeauftragter für Esperanto des Bahnsozialwerks (BSW) wahr.

Er hatte Freunde in vielen Ländern und organisierte viele deutsche und internationale Kongresse. Er hat mehr als fünfhundert Lieder verschiedener Musikgenre ins Esperanto übersetzt. Joachim Gießner hielt unzählige Fachvorträge aus dem Eisenbahnerwesen. Für seine Verdienste um Esperanto und die Völkerverständigung erhielt er Ende der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts das Bundesverdienstkreuz.

Denkmal auf dem Esperanto-Platz im Herzberger Bahnhof

Beim Internationalen Eisenbahner Esperantokongress wurde im Mai 2012 der „Joachim-Gießner-Weg“ in Herzberg eingeweiht. Auf dem Esperanto-Platz beim Herzberger Bahnhof befindet sich das Denkmal des bekannten Eisenbahners.

Zu Ehren dieses außergewöhnlichen Mannes in Sachen Völkerverständigung hat der Dresdner Medailleur Peter Götz Güttler eine Künstlermedaille aus Bronze geschaffen. Auf der Vorderseite (Avers) ist Joachim Gießner mit einer Dampflok zu sehen. Auf der Rückseite (Revers) befindet sich das Logo von „Herzberg am Harz... die Esperanto-Stadt“.

ESPERANTO-PIONIER

Über die Kulturgruppe Esperanto des Bahn-Sozialwerkes kam Gießner 1950 mit der Kunstsprache in Berührung und wurde deren Förderer und Anwender. Er gründete Esperantogruppen in Bielefeld, Braunschweig und Elze, sowie in Herzberg, wo er zum Urgestein der Esperantobewegung gehörte.

Er gab Sprachkurse und verfasste unter anderem ein Esperanto-Lehrbuch für Türken. Er entwickelte eine spezielle Methode, Texte aus allen Sprachen ins Esperanto zu übersetzen und nutzte dabei die Kontakte zu Esperantisten der jeweiligen Nationalsprache.

Das Esperanto-Centro in Herzberg sammelt alle Dokumente aus dem Schaffen von Joachim Gießner und bereitet auch eine Sonderausstellung für das Schlossmuseum vor. Die Vernissage ist für Ende Februar 2014 geplant.

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