Ein Jahrhunderte altes Puzzle zusammengesetzt

Walkenried.  Beim Tag des Offenen Denkmals werden im Kloster Walkenried spannende Erkenntnisse gezeigt.

Ein Student bei der Grabung.

Ein Student bei der Grabung.

Foto: Thorsten Berthold / Archiv HK

Ein Puzzle mit Teilen aus verschiedenen Jahrhunderten zusammensetzen, Informationen von Grabungen aus dem Jahr 1900 sowie den 1970er bis 1990er Jahren – und den aktuellen Arbeiten zusammenfügen: das war die Aufgabe, der sich 20 Architektur-Studierende im Kloster Walkenried bei einer Lehrgrabung vor knapp einem Jahr stellten. Anlässlich des diesjährigen bundesweiten Tages des Offenen Denkmals der am Sonntag, 13. September, begangen wird, können Interessierte die Ergebnisse und viele weitere Informationen erhalten. Das Team vom Zisterziensermuseum Kloster Walkenried und das Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege in Hannover laden unter anderem zu Führungen ein.

Unter dem Thema Kloster Walkenried – Archäologie und Bauforschung 2020 präsentiert Dr. Markus Blaich vom Niedersächsischen Landesamt gemeinsam mit Projektpartnern der Universitäten Heidelberg und Göttingen, der im vergangenen Jahr auch die Lehrgrabung leitete, spannende Aspekte zu geophysikalischen Untersuchungen, archäologischen Grabungen und zur Bauforschung.

Einzigartige Nachweise gefunden

Der Weg dorthin war dabei alles andere als einfach: Behutsam und vorsichtig galt es bei den Grabungsflächen die Erdschichten abzutragen, nach Fundstücken zu suchen. „Es ist so ein bisschen wie eine Suche im Nebel. Dabei will man schnell vorankommen und muss gleichzeitig größte Vorsicht walten lassen“, beschrieb damals Student Alexander Keuchel gegenüber unserer Zeitung das Vorgehen.

Gelohnt hat sich die Arbeit: Es wurden Mauerreste gefunden, die mittels der sogenannten Kletterschaltechnik, bei der Feldsteine und Gipsmörtel in Holzkästen übereinander geschichtet werden, erbaut wurden. „Im Kloster Walkenried ist ein Nachweis für diese Bauart bislang einzigartig“, stellte damals Kuratorin Dr. Brigitte Moritz, die mit Wendy Eixler, Leiterin des Zisterziensermuseums, die Arbeiten verfolgte, fest.

Die etwa anderthalbstündigen Führungen sind kostenfrei, starten um 11, 12, 13 und 15 Uhr am Museumseingang/Besucherservice und machen an vier Grabungsstellen in der gotischen Kirchenruine Station. Eine Anmeldung ist jeweils bis eine Stunde vor Führungsbeginn von Interessierten erforderlich.

Klosteranlage gemeinsam erkunden

Im Rahmen des Tages des offenen Denkmals wird aber noch mehr geboten: Um 14 Uhr beginnt ebenfalls am Museumseingang die geführte, einstündige Erkundung rund um die Klosteranlage Walkenried. Stationen sind hier die Kirchenruine, der Romantikblick an der Wieda, Klostermauer und Welterbe-Infozentrum, das am Ende der Führung kostenfrei besucht werden kann. Einer Anmeldung für diese Tour bedarf es bis 13 Uhr.

Gäste, die ihre Entdeckungen zur mittelalterlicher Klostergeschichte, zur Bauforschung und zum Welterbe im Harz beendet haben, können zum den Tag dann noch im Garten des Klostercafé bei Kaffee und Kuchen ausklingen lassen.

Anmeldungen für die Touren sind bereits jetzt beim Besucherservice vom Zisterziensermuseum Kloster Walkenried unter der Telefonnummer 05525-9599064 möglich.

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