Jugendliche suchen in Bad Sachsa nach Spuren der NS-Zeit

Tettenborn.  Die Kinder des 20. Juli 1944 stehen im Fokus einer Theaterfreizeit, die im Jugend- und Bildungshaus Tettenborn in den Herbstferien angeboten wird.

Szene aus einem Stück des Theaters am Strom.

Szene aus einem Stück des Theaters am Strom.

Foto: Gesche Groth

In den Herbstferien findet im Jugend- und Bildungshaus Tettenborn eine einwöchige Theaterfreizeit für Jugendliche ab zwölf Jahren statt. Das Projekt knüpft inhaltlich an die Thematik der „Kinder des 20. Juli“ an, die vor genau 75 Jahren im Bad Sachsaer Borntal untergebracht waren. Diese waren von ihren Familien getrennt und nach Bad Sachsa gebracht oder besser verschleppt worden, weil ihre Väter am 20. Juli 1944 am Hitlerrattentat beteiligt waren.

Die Region untersuchen

Mit dieser Thematik hat sich in diesem Jahr auch ein Dokumentarfilm beschäftigt, bei dem Kinder aus den Bad Sachsaer Schulen mitgewirkt haben. In der Theaterfreizeit des JuBi-Hauses soll nach Spuren aus dieser Zeit gesucht werden und es soll den Erfahrungen und Empfindungen der damaligen Kinder nachgespürt werden.

Ziel dabei ist es auch, Spuren der Geschichte aus der Zeit des Nationalsozialismus in der Region zu finden. „Das mag trocken, vielleicht sogar ernst klingen, wird aber sicher für alle unvergessliche Erlebnisse bringen“, sagt Gesche Groth vom Theater am Strom in Hamburg, die das Projekt umsetzen wird. Sie hat schon viele junge Menschen mit den Methoden des Recherchetheaters begeistert und für unterschiedliche Themen interessiert.

Spielerisch aufarbeiten

„Recherchetheater macht Spaß, es führt aus den Räumen hinaus in die Natur und an interessante Orte“, sagt sie und will auch verdeutlichen, dass Spurensuche und Theaterspielen Spaß macht und keinesfalls sture Arbeit bedeutet.

Alle Erlebnisse und Erkenntnisse werden spielerisch, also mit viel Fantasie und Kreativität verarbeitet werden und in eine Theateraufführung münden. Damit dies gelingt, wird natürlich auch in die Grundtechniken des Theaterspielens eingeführt und die Ausdrucksfähigkeit von Körper und Stimme entwickelt.

Da die Theaterfreizeit eine Zuwendung im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ erhält und weitere Sponsoren unterstützen, ist der Teilnahmebeitrag niedrig.

Es sind noch einige Teilnehmerplätze für die Freizeit frei, Nachfragen und Anmeldungen nimmt das Büro des JuBi-Hauses unter Telefon 05523/8995 oder unter der E-Mail-Adresse info@jubi-haus.de an

Es sind noch einige Teilnehmerplätze für die Freizeit frei, Nachfragen und Anmeldungen nimmt das Büro des JuBi-Hauses unter Telefon 05523/8995 oder unter der E-Mail-Adresse info@jubi-haus.de an.

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